Zinsen lassen sich berechnen. Lebensrisiken nicht.

Die unterschätzte Seite der Baufinanzierung

Eine Baufinanzierung läuft häufig über mehrere Jahrzehnte. In dieser Zeit können sich berufliche, gesundheitliche oder persönliche Rahmenbedingungen grundlegend verändern. Dennoch konzentrieren sich viele Immobilienkäufer zunächst vor allem auf Zinsen, Inflation und die wirtschaftliche Entwicklung. Persönliche Risiken wie Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder der Todesfall geraten dagegen oft erst dann in den Fokus, wenn sie konkret angesprochen werden. Die Studie „Vier Wände und ein blinder Fleck“ von HDI Bancassurance und YouGov aus dem Jahr 2025 macht deutlich, welche Rolle die Ansprache dieser Risiken im Finanzierungsgespräch für die Entscheidungsfindung spielen kann.

Die Sorgen sind da. Der Fokus liegt oft woanders.

Zwei Drittel der Befragten, die sich aktuell in der Planungsphase befinden, geben an, große oder sogar außerordentlich große Bedenken zu haben. Gleichzeitig nennt nur 17 Prozent Arbeitslosigkeit als Sorge, 8 Prozent als Arbeitsunfähigkeit und 3 Prozent den Todesfall.

Wenn Risiken zum Thema werden

Genau hier offenbart die Studie eine Lücke: Nur etwas mehr als ein Drittel der Planer wurde im Zuge ihrer Informationsbeschaffung auf Möglichkeiten zur Absicherung aufmerksam gemacht. Je nach Risiko erinnern sich lediglich 35 bis 37 Prozent an ein entsprechendes Angebot.

Wird das Thema jedoch aktiv angesprochen, zeigt sich eine hohe Offenheit gegenüber einer Absicherung: 66 Prozent entscheiden sich für eine Absicherung im Todesfall, 56 Prozent für eine Absicherung bei Arbeitsunfähigkeit und 46 Prozent für eine Absicherung bei Arbeitslosigkeit.

Das zeigt einmal mehr: Die größte Hürde scheint häufig nicht die Bereitschaft zur Absicherung zu sein. Vielmehr fehlt oft der konkrete Anlass, persönliche Risiken mit der Finanzierung in Verbindung zu bringen. Erst wenn mögliche Auswirkungen auf die langfristige Tragfähigkeit der Finanzierung sichtbar werden, gewinnen sie an Bedeutung.

Für Matthias Weber, Vertriebsvorstand von HDI Bancassurance, liegt darin ein wichtiger Hinweis für die Beratung: „Risiken sollten frühzeitig Teil des Beratungsgesprächs werden, bevor sie zum konkreten Problem werden. Entscheidend ist nicht allein, ob Menschen Risiken kennen, sondern ob sie diese bei ihrer Finanzierungsentscheidung berücksichtigen. Unsere Studie zeigt: Der Impuls dazu entsteht häufig erst im Gespräch.“

Gerade bei langfristigen Finanzierungsentscheidungen wünschen sich die meisten Menschen Orientierung. Daher bevorzugt die Mehrheit der Befragten eine persönliche oder hybride Beratung.

Das unterstreicht die Bedeutung des Beratungsgesprächs. Beratungsqualität geht über die Auswahl passender Finanzierungsmodelle hinaus. Sie nimmt die individuelle Situation ganzheitlich in den Blick und berücksichtigt auch Faktoren, die für die langfristige Tragfähigkeit einer Finanzierung entscheidend sein können. So schafft sie die Grundlage für fundierte Entscheidungen.

Finanzierung und Absicherung zusammen denken

Eine langfristige Finanzierung braucht mehr als eine tragfähige Rate. Sie braucht einen realistischen Blick auf mögliche Veränderungen während der gesamten Laufzeit.

Wer eine Finanzierung langfristig tragfähig gestalten will, sollte Finanzierungs- und Absicherungsfragen gemeinsam betrachten. Die Studie macht deutlich, welchen Beitrag eine qualitativ hochwertige Beratung dabei leisten kann.

Finanzierung und Absicherung gemeinsam zu betrachten, ist deshalb kein Zusatzthema, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer langfristig tragfähigen Finanzierung.

Studie herunterladen
Die Studie liefert weitere Einblicke in die Erwartungen, Sorgen und Entscheidungsprozesse von Immobilienkäufern.