Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Sicherheit und Verteidigung
Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine haben hybride Operationen, Cyberangriffe und Spionage in Europa zugenommen. Führungsverantwortliche in Politik, Bundeswehr, Verwaltung und Industrie müssen mehr eingestufte Daten von VS-NfD und GEHEIM bis zu EU und NATO SECRET, strengere Geheimhaltung und kürzere Entscheidungszyklen gleichzeitig beherrschen – ein Dilemma für die Entscheidungsfähigkeit. Um dem zu begegnen, sind zwei Säulen erforderlich: eine souveräne, hochsichere IT-Architektur von der Cloud bis ins Feld und eine neue Informationskultur mit KI-gestützter Entscheidungsunterstützung.
Cloud-Fog-Edge als Rückgrat der Führungsfähigkeit
Hochsichere Führungs- und Informationssysteme benötigen eine verteilte Multi-Cloud-Architektur mit hoch performanten Cloud-Rechenzentren, regionalen Fog-Knoten und vernetzten Edge-Systemen im Feld. In souveränen Cloud-Umgebungen werden Daten gebündelt, Dienste bereitgestellt und KI-gestützte Auswertungen bis in hohe Geheimhaltungsgrade ermöglicht. Dabei sichern Kryptografie und Domänentrennung die Einhaltung von eingestuften Informationsräumen.
Auf Fog- und Edge-Ebene, in Kommandos, Krisenstäben, Gefechtsständen oder Leitstellen kritischer Infrastrukturen müssen verlegefähige, gehärtete Systeme auch unter widrigen Bedingungen sicheren Zugriff auf eingestufte Daten und den Informationsaustausch mit Partnern ermöglichen. Für Industrie und Beschaffer ist diese Architektur ein langfristiges Investitionsprogramm und die Grundlage künftiger Führungsfähigkeit.
Daher muss die Beschaffung von zertifizierten Hardware- und Kryptokomponenten über Netzwerkverschlüsselung bis zu souveränen Cloud-Stacks und Integrationsleistungen jetzt zielgerichtet angegangen werden.
Informationskultur und KI: vom „need to know“ zum „share to win“
Mit jedem Sensor wächst das Datenvolumen und damit die Gefahr, dass relevante Informationen im System stecken bleiben. Die Leitfrage verschiebt sich somit von „wer etwas wissen darf “ (need to know) hin zu der Frage, „wer was wissen muss“, um handeln zu können. Der Ansatz „share to win“ soll Geheimhaltung und Tempo in Einklang bringen.
Verschiedene KI-Technologien unterstützen dies: Optimierungs- und Operations-Research-Verfahren planen Kräfte, Vorräte und Transportmittel. Machine-Learning-Modelle erkennen Muster, fusionieren Sensordaten und melden Anomalien, während generative Verfahren und KI-Agenten Lagebilder verdichten und Handlungsoptionen vorschlagen.
Standardisierte, austauschbare KI-Module laufen auf hochsicheren Infrastrukturen und erhöhen so die technologische Souveränität und Resilienz. Und weiterhin gilt: Der Mensch entscheidet, überwacht und greift bei Bedarf ein (human in/on the loop).
Was bis 2029 zu tun ist
Bis spätestens 2029 müssen Bundeswehr, Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen vor dem Hintergrund der NATO-Planungen für mögliche Eskalationsszenarien führungs- und handlungsfähig sein.
- Erstens muss Hochsicherheits-IT aus der „Liegenschaftslogik“ hin zu einer modularen, verlegefähigen Lösung mit einheitlichen Sicherheitsstandards bis zur Einsatzkompanie herausgeführt werden. Behörden und zivile Akteure müssen so vernetzt sein, dass im Sinne des neuen Operationsplans Deutschland in Krisen- und Verteidigungsfällen gemeinsame Lagebilder und koordiniertes Handeln möglich werden.
- Zweitens braucht es eine Priorisierung souveräner Infrastruktur. Nationale und europäische Lösungen in Kryptografie, Sicherheits-Hardware und Cloud-Security sichern Geheimschutz und schaffen gleichzeitig Wertschöpfung sowie industrielle Handlungsfähigkeit.
- Drittens braucht es einen klaren Ordnungsrahmen für KI in sicherheitskritischen Bereichen: strenge Governance, verpflichtende Tests und Red-Teaming sowie souveräne Datensätze, die EU- und NATO-Partner gemeinsam nutzen. Nur dann lohnt sich für Industrie und Technologieanbieter der Aufbau langfristiger Programme – statt immer neuer Pilotprojekte, die nach kurzer Zeit versanden. Beschaffer in Ministerien, Streitkräften und Behörden sollten jede Investition an einer einfachen Frage messen: Stärkt sie nachweislich unsere Führungs- und Entscheidungsfähigkeit im Krisen- und Verteidigungsfall – oder nicht?
Sichere, souveräne IT-Lösungen und KI-gestützte Führungs- und Informationssysteme werden so zu einem zentralen Grundpfeiler nicht nur der digitalen Souveränität, sondern der digitalen Freiheit Europas.
Foto: © Katharina Taubert
