Drei kurze Fragen an Jens Becker, Chief Information & Digital Officer – Zurich Gruppe Deutschland

Worüber sollte sich ein Vorstand beim Thema KI heute am meisten Gedanken machen — und was wird dabei häufig unterschätzt?

Es geht um das Ergebnis, um Effizienz und Automation und nicht um KI per se. Wir müssen verstehen was KI kann und wo KI einen Wert liefert und wo auch nicht. Einfache, deterministische Aufgaben mit KI zu lösen ist einfach nur teuer. Entsprechend müssen wir kluge Ziele und KPIs definieren, um Fehlanreize zu vermeiden.

Wo ist die Lücke zwischen KI-Versprechen und messbarem Mehrwert aktuell am größten?

In der Simplifizierung und Effizienzsteigerung komplexer Service- und Bestandsprozesse. Hier müssen wir auch organisatorisch die Rahmenbedingungen, die Skills und Prozesse anpassen, um den KI-Nutzen einzufahren. Wir vorher eine Digitalisierungs-Transformation müssen wir ganzheitlich steuern und es nicht als Technologie oder Tool sehen. Eher der neue „Kollege-KI“, mit neuen Skills, der mit dem bisherigen Team friktionslos zusammenarbeiten muss, eingearbeitet werden muss, für dessen Arbeitsweise Prozesse und Rahmenbedingungen angepasst werden, der Feedback benötigt, der anzuleiten und weiterzuentwickeln ist und eine Team-Dynamik, die durch die Führungskraft zu steuern ist.

Woran werden wir in zwei Jahren erkennen, dass KI in der Versicherungsbranche wirklich „angekommen“ ist?

Impakt der Use-Cases (vermutlich in FTE-Effizenz gemessen) anstatt Anzahl der AI-Use-Cases. Verbesserung von Kundenzufriedenheit und Durchlaufzeiten (Effekte).