Künstliche Intelligenz hat den Proof of Concept längst hinter sich gelassen. Mit Agentic AI rückt nun die nächste Frage in den Mittelpunkt: Wie lassen sich KI-Agenten sicher, kontrolliert und skalierbar in den produktiven Betrieb integrieren?
Genau dieser Fragestellung widmet sich das gemeinsame Whitepaper von SPS Germany und dem Handelsblatt Research Institute (HRI). Grundlage sind Experteninterviews sowie eine Befragung von 159 Entscheidern aus Banken, Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen. Die Studie untersucht dabei nicht nur die Erwartungen an Agentic AI, sondern auch die Rolle neuer Betriebs- und Partnerschaftsmodelle für deren erfolgreiche Umsetzung.
Die eigentliche Herausforderung ist nicht die Technologie
Die Studienergebnisse zeigen deutlich: Der Nutzen von Agentic AI wird von der Finanzbranche längst erkannt. So sehen 44 Prozent der Befragten Effizienzsteigerungen als größten Mehrwert. Weitere 35,2 Prozent erwarten bessere Datenanalysen und 31,4 Prozent höhere Produktivität. Demgegenüber messen lediglich 16,4 Prozent möglichen Umsatzsteigerungen die höchste Bedeutung bei. Der unmittelbar erwartete Geschäftswert entsteht damit vor allem durch effizientere Prozesse, eine höhere Produktivität und bessere Entscheidungsgrundlagen. Das Potenzial für neue Services und Geschäftsmodelle bleibt davon unberührt.
Gleichzeitig wird deutlich, dass die größten Herausforderungen heute nicht mehr technologischer Natur sind. 36,5 Prozent der Befragten nennen mangelnde Datenqualität als zentrale Hürde. Jeweils 32,1 Prozent sehen Schwierigkeiten bei der Integration in bestehende Systeme sowie bei Sicherheits- und Compliance-Anforderungen. Weitere 28,3 Prozent nennen die Verfügbarkeit relevanter Daten und 25,8 Prozent fehlende Fachkräfte beziehungsweise fehlendes Know-how als Herausforderungen.
Warum Partner wichtiger werden
Mit der Skalierung von Agentic AI steigen die Anforderungen an Technologie, Prozesse, Governance und Betrieb. Genau deshalb gewinnt Business Process Outsourcing eine neue strategische Bedeutung. Das zeigt auch die Studie: 68 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass spezialisierte Partner die Implementierung und Skalierung von KI-Agenten schneller und sicherer ermöglichen können. Interessant ist auch der Blick auf die Gründe für eine Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern. 39,6 Prozent nennen Kostenaspekte, 39,0 Prozent Skalierbarkeit und Flexibilität. Für 37,7 Prozent spielt fehlendes internes Know-how eine Rolle, während 37,1 Prozent Datenschutz und Datenhoheit als wichtige Faktoren nennen.
BPO dient heute nicht mehr ausschließlich der Kostenoptimierung. Unternehmen erwarten zunehmend Technologiekompetenz, Prozess-Know-how, regulatorische Expertise und die Fähigkeit, Innovationen produktiv zu skalieren. Das Whitepaper beschreibt diesen Wandel als Entwicklung vom klassischen Dienstleister hin zum strategischen Innovationspartner.
Gerade in stark regulierten Branchen wie Banken und Versicherungen reicht es nicht aus, neue Technologien zu testen. Entscheidend ist die Fähigkeit, diese Technologien sicher, compliant und dauerhaft in bestehende Betriebsmodelle zu integrieren. Genau hier können spezialisierte Partner einen entscheidenden Beitrag leisten.
Der Business Case für KI ist in vielen Unternehmen längst erkannt. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, das Potenzial von Agentic AI in den Arbeitsalltag zu übersetzen und nachhaltig im Operating Model zu verankern. Damit stellt sich zunehmend die Frage: Welche Kompetenzen möchten und können Unternehmen selbst aufbauen, und wo können spezialisierte BPO-Partner helfen, schneller, effizienter und wertschöpfender zu skalieren?
Human in the Loop bleibt entscheidend
Trotz zunehmender Automatisierung bleibt menschliche Kontrolle ein zentraler Erfolgsfaktor. Die Experten im Whitepaper sind sich einig, dass Verantwortung, Governance und geschäftskritische Entscheidungen auch künftig beim Menschen verbleiben müssen. KI kann Informationen analysieren, Daten strukturieren und Prozesse unterstützen. Die finale Entscheidung und die damit verbundene Verantwortung bleiben jedoch menschlich.
Die Zukunft besteht deshalb nicht in vollständiger Autonomie, sondern in einem intelligenten Zusammenspiel von Mensch und KI. Erfolgreiche Unternehmen werden diejenigen sein, die technologische Innovation mit klaren Governance-Strukturen und menschlicher Expertise verbinden.
Fazit
Agentic AI besitzt das Potenzial, die Finanzbranche nachhaltig zu verändern. Die entscheidende Herausforderung besteht jedoch nicht darin, neue Technologien einzuführen, sondern sie sicher und produktiv zu betreiben.
Der Wettbewerbsvorteil der Zukunft entsteht nicht allein durch leistungsfähige KI-Modelle. Entscheidend sind Datenqualität, Governance, Skalierbarkeit und das richtige Operating Model.
Oder anders formuliert: BPO entwickelt sich vom Kostenhebel zum Innovationshebel. Genau darin liegt für viele Finanzinstitute der Schlüssel, um das Potenzial von Agentic AI in nachhaltigen Geschäftswert zu überführen. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass erfolgreiche Modelle der Zukunft auf einem Zusammenspiel aus Technologie, Fachwissen, menschlicher Kontrolle und spezialisierten Partnern basieren werden.
Weiterführende Informationen
Die vollständigen Ergebnisse der Studie sowie weitere Praxisbeispiele und Handlungsempfehlungen für Banken und Versicherungen finden Sie im Whitepaper:
„Agentic AI im Finanzsektor – Potenzial durch Business Process Outsourcing“
Jetzt Whitepaper herunterladen: https://www.spsglobal.com/de/technology-business-solutions/bfsi?utm_source=event&utm_medium=summit&utm_campaign=hri#ai-wp
