Raimund Röseler zieht nach 20 Jahren bei der Bafin Bilanz. Der oberste Bankenaufseher spricht über den Wirecard-Skandal, die Regulierung kleiner Geldhäuser und altgediente Vorstandschefs.
Bonn. Die Finanzaufsicht Bafin fordert Erleichterungen für Sparkassen und Volksbanken. Das Regelwerk sei viel zu komplex, worunter besonders kleine Institute litten, sagt Raimund Röseler, der oberste Bankenaufseher der Bafin, im Interview mit dem Handelsblatt. „In Deutschland sind viele Sparkassen und Volksbanken damit langfristig überfordert.“
Allerdings hat es gerade bei regionalen Volksbanken zuletzt Problemfälle gegeben, bei denen Institute wegen riskanter Geschäfte in Not geraten sind. Dabei gab es auch Kritik an den Aufsichtsräten der betroffenen Banken.
Die Bafin findet dieses Thema wichtig und will es deshalb 2025 zu einem Schwerpunkt bei der Prüfung von Banken machen. „Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass im Aufsichtsrat Menschen sitzen, die der Arbeit des Vorstands mit einer gesunden Skepsis begegnen“, betont Röseler. „Das ist nichts, was man in Schulungen lernen kann.“