Russlands Angriff auf die Ukraine und das damit verbundene Ende der Abhängigkeit Europas von russischem Erdöl und Erdgas stellt die deutsche Wirtschaft vor einen Paradigmenwechsel, wie es ihn seit der Ölkrise von 1973 nicht mehr gegeben hat. Damit verbunden ist ein umfassender Umbau der Energie-Infrastruktur. Bereits 2022 ging in Wilhelmshaven das erste LNG-Terminal in Betrieb. Doch das ist nur ein Puzzleteil eines groß angelegten Transformationskonzepts, das nicht nur den Ausbau von erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft vorsieht, sondern auch Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur vorsieht, um die steigende Nachfrage zu bewältigen.
Investments in nachhaltige Anlagen – für alle attraktiv?
Viele Kapitalgeber sind institutionelle Langfristinvestoren wie Pensionskassen oder Versicherer, die schon lange in Alternative Investmentfonds (AIF) investieren. Neben einer attraktiven Rendite werden sie außerdem durch die europäische Gesetzgebung dazu motiviert, die das Investieren in nachhaltige Anlagen besonders fördert. Investoren können damit also zusätzlich „Impact-Renditen“ erzielen. Private Altersvorsorgesparer sind davon weitgehend ausgenommen. Fondsgebundene Lebensversicherungen machten bislang einen großen Bogen um alternative Investments, was vor allem aus zwei Gründen paradox ist: Erstens sind Anlageberater seit letztem Jahr durch der EU-Offenlegungsverordnung dazu verpflichtet, ihre Kunden auf ESG-Richtlinien hinzuweisen. Zweitens verfügen Lebensversicherer über einen ähnlichen langfristigen Anlagehorizont wie alternative Anlagen. Dies ist bei Aktien und Anleihen nicht der Fall, die aktuell die Fondspolicen dominieren. Darunter leiden in erster Linie die Renditen. Die laufende Verzinsung liegt bei zwei Prozent.
Gute Lösungen müssen gefunden werden
Es ist also an der Zeit, alternative Anlagen für fondsgebundene Versicherungen zugänglich zu machen. Ein Hindernis dafür stellt die Illiquidität dar: Anders als börsengehandelte Wertpapiere können Windparkanteile nicht von heute auf morgen verkauft werden. Zudem liegen die Mindestinvestitionssummen in der Regel über den Möglichkeiten der Altersvorsorgesparer. Die Anlage in Alternatives erfordert zudem ein Mindestmaß an Investmentexpertise und Risikomanagement. Das Interesse an Alternatives-Policen als gut diversifizierte Multi-Asset-Lösung ist jedenfalls schon jetzt sehr groß. ■

