Der Versicherungsverband erwartet, dass die Branche wieder wächst. Zugleich erneuert er vor der Wahl seine Forderungen an die Politik: Die Cybersicherheit und der Klimawandel stehen dabei im Fokus.
Frankfurt. Die deutschen Versicherer schauen zuversichtlich in die Zukunft. Über alle Sparten hinweg rechnet die Branche in diesem Jahr mit einem Beitragsplus von fünf Prozent auf 250 Milliarden Euro, getrieben von höheren Prämien in der Kfz-Versicherung. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag bei seiner Jahresmedienkonferenz bekannt.
Die Versicherer hätten drei schwierige Jahre hinter sich, betonte GDV-Präsident Norbert Rollinger. Doch nun sei die Talsohle durchschritten. Bereits 2024 stiegen die Beitragseinnahmen um 5,3 Prozent auf 238 Milliarden Euro. Das ist ein höherer Anstieg als vom GDV prognostiziert.
Zugleich setzt der Verband darauf, dass nach der Bundestagswahl von der neuen Regierung Themen angestoßen werden, die für die Branche als wichtig erachtet werden. Zum Thema Cybersicherheit etwa will der GDV der neuen Regierung im zweiten Quartal 2025 ein konkretes Konzept vorlegen. Außerdem warnte Rollinger vor zunehmenden Elementarschäden durch den fortschreitenden Klimawandel und fordert einen „ganzheitlichen Ansatz, der vor allem Schäden verhindern muss“.
In der Kfz-Versicherung gibt es weitere Preisanstiege
Wegen der weiter steigenden Schadenkosten erwartet der GDV in der Sparte Schaden- und Unfallversicherung auch im Jahr 2025 ein deutliches Beitragsplus von 7,5 Prozent auf 99 Milliarden Euro. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Versicherer die Inflation, beispielsweise bei Baukosten und Ersatzteilpreisen, über Prämienerhöhungen an ihre Kunden weitergegeben. Diese Effekte haben sich Rollinger zufolge inzwischen abgeschwächt – mit Ausnahme der Kfz-Versicherung. „Hier erwarten wir erneut ein zweistelliges Wachstum der Beitragseinnahmen“, sagte der GDV-Präsident.