Prävention – Deutschlands unterschätztes Wirtschaftsprogramm

Deutschland diskutiert über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftemangel und die Frage, wie Wohlstand in einer alternden Gesellschaft gesichert werden kann. Dabei wird ein entscheidender Hebel oft unterschätzt: Gesundheit. Denn keine Volkswirtschaft ist leistungsfähiger als die Menschen, die sie tragen.

Gesundheit ist deshalb kein sozialpolitisches Randthema, sondern Voraussetzung für Produktivität, Innovationskraft und nachhaltiges Wachstum. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur: Was kostet Gesundheit? Sondern: Was kostet fehlende Gesundheit?

Chronische Erkrankungen als Wachstumsbremse

Die großen Volkskrankheiten zeigen die ökonomische Dimension dieser Herausforderung. Adipositas und Übergewicht verursachen in Deutschland bereits heute geschätzte Kosten von rund 113 Milliarden Euro pro Jahr. Ähnlich deutlich ist das Bild bei Demenz und Krebs. Rund 1,8 Millionen Menschen leben heute in Deutschland mit Demenz; bis 2050 könnten es bis zu 2,8 Millionen sein. Die gesellschaftlichen Kosten liegen bereits bei etwa 83 Milliarden Euro jährlich. Bei Krebs wurden 2023 mehr als 517.000 Neuerkrankungen registriert, die direkten Versorgungskosten beliefen sich auf 47,6 Milliarden Euro.

Diese Erkrankungen unterscheiden sich medizinisch, folgen aber derselben ökonomischen Logik: Sie entstehen über Jahre, verursachen enorme Folgekosten und nehmen mit dem demografischen Wandel weiter zu. Ein Gesundheitssystem, das vor allem auf Behandlung und Reparatur ausgerichtet ist, reicht dafür nicht mehr aus.

Von der Reparaturmedizin zur Gesundheitsökonomie

Gefragt ist ein Perspektivwechsel: weg von einer reinen Reparaturlogik, hin zu einer Gesundheitsökonomie, die Prävention als strategischen Wert begreift. Prävention bedeutet dabei mehr als Aufklärung, Ernährung oder Bewegung. Sie umfasst die Vermeidung von Erkrankungen, Früherkennung und die Verhinderung von Folgeerkrankungen.

Gerade bei chronischen Krankheiten entscheidet sich der Erfolg oft lange bevor Menschen schwer erkranken. Prävention heißt deshalb vor allem: gesunde Lebensjahre gewinnen. Diese gesunden Lebensjahre sind in einer alternden Gesellschaft eine zentrale ökonomische Ressource.

Warum Arbeitgeber eine Schlüsselrolle spielen

Eine besondere Rolle kommt den Arbeitgebern zu. Gesundheit entsteht nicht nur in Arztpraxen und Krankenhäusern, sondern auch am Arbeitsplatz. Unternehmen spüren die Folgen chronischer Erkrankungen unmittelbar: durch Fehlzeiten, steigende Krankenstände, Fachkräfteengpässe, Frühverrentungen und Produktivitätsverluste.

Neben Absentismus wird auch Präsentismus relevant: Beschäftigte sind zwar anwesend, können gesundheitlich bedingt aber nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Gesundheit wird damit zunehmend zur Managementaufgabe.

Ansätze wie GesundPlus zeigen, wie Arbeitgeber Gesundheitsrisiken frühzeitig erkennen, Prävention in den Arbeitsalltag integrieren und Beschäftigte bei einem gesünderen Lebensstil und dem Aufbau von Gesundheitskompetenz unterstützen können. Ziel ist es, nicht erst auf Krankheit zu reagieren, sondern Gesundheit aktiv zu fördern und damit Fehlzeiten durch Absentismus und Produktivitätsverluste durch Präsentismus langfristig zu reduzieren. Erfolgreiche Prävention braucht jedoch das Zusammenspiel von Politik, Gesundheitswesen, Wissenschaft und Unternehmen.

GesundPlus auf einen Blick

GesundPlus ist das freiwillige und vertrauliche Mitarbeiterprogramm von Lilly für Mitarbeitende mit Adipositas oder Übergewicht. Es unterstützt Mitarbeitende beim Zugang zu einer strukturierten, multimodalen Adipositastherapie. Dabei werden erstmals die etablierten Instrumente wie Ernährungsberatung und Bewegungsanleitung, wenn medizinisch angezeigt, mit den neuen Möglichkeiten medikamentöser Therapien kombiniert. Nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“ sind die Bewegungs- und Ernährungselemente verpflichtend und die Teilnehmenden tragen einen relevanten Teil der Kosten selbst.

Prävention ist eine Investition, keine Ausgabe

Deutschland investiert in Infrastruktur, Digitalisierung und Innovation. Das ist richtig und notwendig. Doch eine der wichtigsten Investitionen der kommenden Jahrzehnte ist die Investition in Gesundheit.

  • Gesundheit schafft Produktivität.
  • Gesundheit verlängert Erwerbsbiografien.
  • Gesundheit stärkt Innovationsfähigkeit und reduziert langfristig Kosten.

Wer heute Krankheiten verhindert oder ihre Folgen begrenzt, investiert nicht nur in individuelle Lebensqualität, sondern auch in die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Erfolgreich werden künftig nicht die Volkswirtschaften sein, die Behandlung von Krankheiten am besten finanzieren, sondern jene, die Menschen länger gesund halten.

Prävention ist deshalb weit mehr als Gesundheitspolitik. Sie ist Wirtschaftspolitik — und möglicherweise eines der wichtigsten Wirtschaftsprogramme Deutschlands für die kommenden Jahrzehnte.

Bild: © Lilly Deutschland GmbH