Nur wer Risiken erkennt, kann Chancen nutzen

Das Jahr 2025 markierte einen Wendepunkt für die Weltwirtschaft. Zwischen „Liberation Day“, geopolitischen Spannungen und steigenden Insolvenzzahlen mussten vor allem exportorientierte Unternehmen ihre Strategien neu ausrichten. Auch für 2026 ist keine Entspannung in Sicht. Wie können Weltmarktführer und Global Player Geschäftsrisiken früh erkennen und gleichzeitig auf Wachstum setzen? Benjamin Bubner, Business Information Director beim internationalen Kreditversicherer Coface, blickt auf das kommende Jahr und erklärt, warum aktuelle und verlässliche Geschäftsinformationen eine entscheidende Rolle spielen.

Herr Bubner, 2025 wurde die geopolitische Architektur erschüttert und führte zu einem „fragilen Gleichgewicht“ der globalen Wirtschaft. Was wird aus Ihrer Sicht das Jahr 2026 prägen?

Benjamin Bubner: Wir sehen eine Weltwirtschaft, die sich zwar stabilisiert hat, aber weiterhin anfällig bleibt. Die globalen Wachstumsraten sind moderat, die Inflation geht zurück, doch geopolitische Spannungen und hohe Finanzierungskosten belasten viele Branchen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen wird 2026 weiter steigen. International tätige Firmen bewegen sich in einem Umfeld, das von Unsicherheit geprägt ist – sei es durch die Zahlungsfähigkeit von Geschäftspartnern oder durch politische Risiken.

In diesem Zusammenhang wird oft von „Resilienz“ gesprochen. Was macht Unternehmen widerstandsfähig?

Benjamin Bubner: Resilienz entsteht nicht zufällig. Sie basiert auf fundierten Entscheidungen und diese wiederum auf verlässlichen, aktuellen Informationen. Also weg vom Bauchgefühl und hin zur datenbasierten Expertise. Unternehmen müssen wissen, wie sich Märkte entwickeln, wie stabil ihre Partner sind und wo sich Risiken abzeichnen. Nur wer diese Risiken kennt, kann auch Chancen nutzen. Wirtschaftsinformationen bzw. Bonitätsdaten sind längst kein Add-on mehr, sondern ein strategischer Hebel. Wer früh erkennt, dass ein Kunde oder Lieferant in Schwierigkeiten gerät oder ein Markt kippt, kann reagieren und die Zahlungsbedingungen anpassen, Risiken gezielt absichern oder neue Märkte erschließen.

Sie betonen im Kontext von Wirtschaftsinformationen die Bedeutung von Aktualität und Zuverlässigkeit. Warum ist das heute wichtiger als zuvor?

Benjamin Bubner: Weil Risiken dynamisch sind. Ein Unternehmen, das gestern solide war, kann schon morgen in Liquiditätsprobleme geraten. Es reicht nicht mehr, einmal im Jahr eine Bonitätsprüfung zu machen. Fehlende, veraltete oder falsch interpretierte Daten führen zu Fehlentscheidungen, die teuer werden können. In Deutschland ist die Gewinnmarge von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors in den letzten drei Jahren um 5 Prozentpunkte gesunken, in bestimmten Industriezweigen deutlich stärker. Zahlungsausfälle wiegen daher besonders schwer. Gerade Global Player brauchen eine aktuelle und hochwertige Informationsbasis, die länderübergreifend auf einheitlichen Scorings und Bewertungslogiken basiert, damit die Einschätzungen vergleichbar bleiben.

Was macht Coface in diesem Umfeld zum strategischen Partner?

Benjamin Bubner: Als Kreditversicherer verfügen wir über jahrzehntelange Expertise und eine einzigartige Datenbasis: Wir beobachten täglich Millionen von Unternehmen weltweit, analysieren Zahlungserfahrungen und bewerten Risiken in Echtzeit. Diese hauseigenen Wirtschaftsdaten stellen wir unseren Kunden zur Verfügung – nicht nur im Rahmen der Kreditversicherung, sondern mit Coface Business Information auch als eigenständiges Produkt. Damit helfen wir, weltweit fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren.

Mehr Informationen finden Sie auf https://www.coface.de/wirtschaftsauskuenfte