Industrie und Energiewende: Zwei starke Partner für Wettbewerbsfähigkeit

Warum hat China 2024 etwa 60 Prozent zum globalen Ausbau der Windkraft beigetragen? Und warum kontrolliert das Land 80 Prozent des Weltmarkts für Solarmodule und Batteriezellen? Sicher nicht, weil einer der größten Verursacher klimaschädlicher Emissionen plötzlich den Klimawandel stoppen will. China hat vielmehr die strategische Bedeutung einer fossilfreien Wirtschaft erkannt. Wer sich von Abhängigkeiten und unsicheren Lieferketten löst, stärkt seine Wettbewerbsfähigkeit. Diese Erkenntnis setzt sich auch in Europa durch, das 90 Prozent seiner fossilen Energieträger importiert. Allein Deutschland zahlt dafür jährlich 80 Milliarden Euro – für Energie, deren Preis und Verfügbarkeit oft von politischen Krisen und Launen in Förderländern abhängt.

Die Industrie ist längst weiter als die Politik

Im März 2026 traf sich der Vorstand der Stiftung KlimaWirtschaft mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Kanzleramt. Zu diesem Netzwerk gehören CEOs und Top-Manager führender Konzerne wie Allianz, BASF, Deutsche Telekom und Otto Group. Ihr Ziel: eine verlässliche Transformation zur Klimaneutralität – trotz geopolitischer Krisen. Dabei ging es nicht nur um die Folgen des Klimawandels wie Extremwetter, Dürren oder den Kollaps von Ökosystemen. Dieses Treffen zeigt: Dekarbonisierung ist längst kein reines Klimaschutzprojekt mehr, sondern ein Programm zur Sicherung der Industrie. Denn sie bedeutet Versorgungssicherheit, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Große, energieintensive Industrien lassen sich nicht einfach verlagern. Selbst wenn das möglich wäre: Auch anderswo werden fossile Energieträger knapper, teurer und bleiben in der Hand unberechenbarer Lieferanten.

Fossile Energie macht abhängig und unflexibel

Die jüngste Irankrise hat das eindrucksvoll bewiesen: Während Öltanker im Persischen Golf blockiert wurden, lieferten Sonne und Wind hierzulande ungestört Energie. Kriege, Zölle, Blockaden, Autokraten – all das trifft fossile Energieträger, nicht aber den Windpark vor der eigenen Küste. In Europa treibt zudem eine strenge Regulierung die Dekarbonisierung voran. Vieles setzt die Industrie um, weil sie es muss. Doch der Blick aufs große Ganze zeigt: Europas Abhängigkeit von fossilen Energieimporten schwächt die Wettbewerbsfähigkeit. Wer die Industrie vor Ort halten will, braucht bezahlbare, fossilfreie Energie. Das heißt: mehr erneuerbare Energien, mehr Netzausbau und größere Nachfrageflexibilität. Dafür braucht es Partnerschaften, die Industrie und Energiewende verbinden. Große Unternehmen schließen heute langfristige Direktlieferverträge mit Energieversorgern ab. Diese sogenannten Corporate Power Purchase Agreements (cPPA) sind besonders bei Stromkunden aus der Stahl- und Chemieindustrie oder bei Betreibern von Rechenzentren gefragt.

Win-Win für Standortsicherung und Energiewende

Ein Beispiel: Ein Windpark entsteht und der dort erzeugte Strom fließt zu fest vereinbarten Preisen langfristig an einen Industriekunden. Dieser erhält Planungssicherheit und Grünstromzertifikate, die belegen, dass der Strom aus neuen erneuerbaren Quellen stammt. Solche Partnerschaften stabilisieren Preise und sind effizienter, als eigene Handelsstrukturen aufzubauen. Die langfristige Strompreiskonstanz macht Investitionen in elektrifizierte Prozesse kalkulierbar. Dafür investiert Vattenfall gerade in den deutschen Markt für neue Windparks, Solar und großvolumige Batteriespeicher. Zusammen mit modernen und individuell gestaltbaren Services entsteht daraus eine Win-win-Situation: Energiewende und Standortsicherung gehen Hand in Hand. Eine zwingende Logik – und der Grund, warum der Weg zur Dekarbonisierung alternativlos ist, wenn uns die Industriestandorte in Deutschland und Europa wichtig sind.