Energetische Sanierung von Hallen: Praxisleitfaden für Bestandshalter

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Viele Lager-, Logistik- und Produktionshallen in Deutschland stammen aus Zeiten vor der ersten Energiesparverordnung (1978). Sie verfügen häufig über unzureichend gedämmte Fassaden und Dächer sowie veraltete Heiz- und Beleuchtungssysteme. Die Folge: Defizite in der Energieeffizienz, hohe Betriebskosten und ein wachsender Handlungsdruck aufgrund wachsender Nachhaltigkeitsanforderungen. Für Bestandshalter und Investoren bedeutet das: Wer nicht saniert, riskiert Leerstände und Wertverluste.

Revitalisierung als strategische Chance

Die Entwicklungspotenziale im Logistikbestand sind groß: Eine energetische Sanierung senkt nicht nur den Energieverbrauch und die CO₂-Emissionen, sondern verbessert auch die ESG-Performance und die Vermietbarkeit. Zudem sichert sie den Immobilienwert langfristig. Staatliche Förderprogramme – von Zuschüssen bis zu zinsvergünstigten Krediten – machen Investitionen zusätzlich attraktiv.

Ganzheitliches Konzept: GOLDBECK reFit

Die Praxis zeigt: Einzelmaßnahmen wirken nur begrenzt. Das europaweit tätige Bau- und Dienstleistungsunternehmen GOLDBECK hat daher mit den GOLDBECK reFits einen strukturierten Ansatz für verschiedene Typen von Bestandsgebäuden entwickelt, der wesentliche Hebel bei der Revitalisierung kombiniert und aufeinander abstimmt. Im Mittelpunkt des GOLDECK reFit Halle steht ein vorkonfiguriertes Maßnahmenpaket zur energetischen Sanierung, das gezielt auf die Steigerung der Energieeffizienz, die Senkung von CO2-Emissionen und die Reduktion der Betriebskosten ausgerichtet ist. Als systematisierter Einstieg in die Beratung entsteht auf dieser Basis ein individueller Revitalisierungsfahrplan.

„Als Generalübernehmer mit allen relevanten Fachdisziplinen im eigenen Haus haben wir mit GOLDBECK reFit eine durchdachte Lösung für ganzheitliche energetische Sanierungen erarbeitet, die schon vor Projektbeginn Antworten auf die häufigsten Fragestellungen gibt“, erklärt Matthias Föllenz, Produktmanager Revitalisierung bei GOLDBECK. Das sogenannte systematisierte Bauen wendet GOLDBECK nicht nur im Neubau, sondern auch bei der Revitalisierung an. Das bedeutet: Das Unternehmen denkt auch seine Bestandsprojekte in Serie und nutzt wann immer möglich vorgefertigte Bauteile aus eigenen Werken, in Kombination mit einem integralen und digitalen Planungsansatz. “So schaffen wir, gemeinsam mit einer methodischen und strukturierten Vorgehensweise entlang unserer Unternehmensprozesse, Sicherheit in Terminen, Kosten und Qualitäten”, sagt Matthias Föllenz.

Die zentralen Hebel der energetischen Sanierung

Das GOLDBECK reFit Halle umfasst drei Kernbereiche, um den Energie- und CO2-Verbrauch der Bestandsimmobilie nachhaltig zu senken und gleichzeitig ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis zu bieten:

  1. Wärmeerzeugung: Das größte energetische Optimierungspotenzial bringt der Austausch fossiler Heizsysteme gegen Wärmepumpen. Für den Hallenbereich eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe, für Mezzanine-Bereiche eine Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  2. Gebäudehülle: Der zweitgrößte Hebel ist die verbesserte Dämmung von Dach und Fassade, um Wärmeverluste zu reduzieren. Ergänzend lohnt sich der Austausch von zweischaligen Lichtkuppeln gegen dreischalige Varianten.
  3. Beleuchtung: Der dritte Hebel ist die Umstellung der vorhandenen Beleuchtung auf LED-Technik mit intelligenter Steuerung, was den Stromverbrauch deutlich senkt.

Optional kann eine Photovoltaikanlage auf dem Dach die Eigenversorgung ergänzen – abhängig von Statik und Dachfläche.

Synergien nutzen

Die Effekte der Einzelmaßnahmen addieren sich nicht linear. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht maximale Effizienz. Beispiel: Eine Wärmepumpe arbeitet nur dann optimal, wenn die Gebäudehülle den Transmissionswärmeverlust minimiert. Wer die Maßnahmen optimal aufeinander abstimmt, erreicht Einsparungen von bis zu 79 Prozent beim Energieverbrauch und rund 66 Prozent bei den CO₂-Emissionen im Vergleich zu einem Referenzgebäude aus dem Jahr 2004[1].

Wirtschaftlichkeit und Förderungen

Neben geringeren Betriebskosten – im Referenzbeispiel einer 10.000 Quadratmeter großen Halle nach energetischer Revitalisierung rund 45.700 Euro jährlich – sichern Förderprogramme die Rentabilität. Zusätzliche Boni gibt es für besonders effiziente Maßnahmen oder die Sanierung von „Worst Performing Buildings“.

Fazit

Energetische Sanierung ist kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in Wertstabilität und leistet damit einen wirksamen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele. Strukturierte Konzepte wie GOLDBECK reFit minimieren Risiken, senken Betriebskosten und positionieren Immobilien nachhaltig und zukunftsfähig.

[1] Referenzgebäude: GOLDBECK Logistikhalle aus 2004, Größe: 10.000 m² inklusive Büro-Mezzanine (400 m), Energetischer Standard: EnEV 2004, Dach: Foliendach auf Trapezblech (mit 10cm MiWo-Dämmung und Lastreserve), Fassade: Kassettenfassade (mit 12cm MiWo-Dämmung), Lichtkuppeln: 2-schalige Dachlichtkuppeln mit Rauchabzug, Hallenbeleuchtung: Leuchtstoffröhren, Wärmeversorgung: Gasdunkelstrahler im Hallenbereich, Brennwertkessel und Heizkörper im Mezzanine-Bereich

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