Logistikimmobilen unter Druck – Klimaziele setzen neue Maßstäbe an den Gebäudebestand

Bis 2045 soll der deutsche Gebäudebestand klimaneutral sein – ein politisch verankertes Ziel, das die Branche vor umfassende Transformationsaufgaben stellt. Bestehende Logistikimmobilien weisen oft Defizite in ihrer Energieeffizienz und den technischen Standards auf. Für Eigentümer und Betreiber werden energetische Optimierungen und Revitalisierungen zu zentralen Hebeln, um Immobilienwerte zu sichern, regulatorische Vorgaben einzuhalten und die Attraktivität für Nutzer wie Investoren zu erhöhen. Gleichzeitig eröffnen gezielte Maßnahmen erhebliche Energie- und CO₂-Einsparpotenziale – und leisten damit einen wirksamen Beitrag zur Erreichung der globalen Klimaziele.

Energetische Defizite als Risikofaktor

Ein Großteil des EU-Gebäudebestands wird künftig höhere energetische Anforderungen erfüllen müssen: Nach heutigem Stand weisen jedoch etwa 75 % dieser Gebäude eine unzureichende Energiebilanz auf (Quelle). Auch zahlreiche Lager-, Logistik- und Produktionshallen in Deutschland sind energetisch veraltet, verursachen hohe Betriebskosten und erfüllen meist nicht die Anforderungen an nachhaltige Immobilien: unzureichend gedämmte Fassaden und Dächer, ineffiziente technische Systeme sowie veraltete oder gar fehlende Gebäudeautomation sind verbreitet.

Steigende Energiepreise, strengere Nachhaltigkeitsanforderungen und wachsender Sanierungsdruck verschärfen die Risiken für Eigentümer und Investoren. Ohne gezielte Maßnahmen drohen zeit- und kostenintensive Vermarktungszeiten, Wertverluste oder Leerstände. Parallel steigt der Finanzierungsdruck: Banken integrieren ESG-Kriterien zunehmend konsequent in Kreditentscheidungen oder Risikobewertungen und setzen damit wichtige Impulse für nachhaltige Investitionen im Gebäudesektor. Für Logistikimmobilien mit schwacher energetischer Performance bedeutet das zumeist schlechtere Finanzierungskonditionen.

Nachhaltigkeit zahlt sich aus

Nachhaltigkeit ist längst ein entscheidender Werttreiber: Nachhaltige Logistikimmobilien in Europa erzielen durchschnittlich Preisaufschläge von rund 19 Prozent gegenüber Objekten ohne entsprechende Standards (Quelle). Solch nachhaltige Gebäude werden zudem langfristig voraussichtlich höhere Marktwerte und eine bessere Vermietbarkeit erreichen.

Um in diesem Spannungsfeld fundierte Entscheidungen treffen zu können, schafft eine professionelle Nachhaltigkeitsberatung Transparenz über den energetischen und technischen Status quo der Immobilie, liefert belastbare CO₂- und Energieanalysen und entwickelt realistische Transformationspfade. Dabei werden Maßnahmen nach Wirtschaftlichkeit, technischer Machbarkeit und regulatorischer Relevanz priorisiert – entscheidend angesichts begrenzter Budgets und komplexer Investitionsentscheidungen. So lassen sich Energieverbrauch und CO₂-Emissionen reduzieren sowie die Energieeffizienzklasse und ESG-Performance optimieren. Dies gelingt u. a. durch gezielte Maßnahmen wie Dämmung an Dach und Fassade, effiziente Gebäudetechnologien, LED-Beleuchtungskonzepte oder den Ausbau erneuerbarer Energien.

Photovoltaik-Potenziale im Bestand

Logistikdächer bieten ideale Voraussetzungen für Photovoltaik (PV). Zwischen 2012 und 2022 entstanden rund 30 Millionen Quadratmeter zusätzliche Dachfläche, die sich für PV eignet – genug Fläche, um jährlich bis zu 2,5 Terawattstunden Solarstrom zu erzeugen (Quelle). Dieses Potenzial bleibt weitgehend ungenutzt: Erst 19 Prozent der deutschen Gewerbe- und Logistikdächer sind bislang mit PV ausgestattet (Quelle). Regulatorische Hürden und komplexe Genehmigungs- und Umsetzungsprozesse erschweren vielen Bestandshaltern den Schritt in Richtung erneuerbarer Energien. Dennoch bleibt PV ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung des Logistikimmobilienbestands – und damit ein relevanter Hebel zur Erreichung der Klimaziele.

Eine entscheidende Dekade für Logistikimmobilien

Die Entwicklungspotenziale im Logistikbestand sind groß. Ganzheitliche Nachhaltigkeits- und Energiekonzepte ermöglichen, dass Investitionen synergetisch wirken und maximale Energieeinsparungen, CO₂-Reduktionen sowie wirtschaftliche Effekte erzielen.

Wer frühzeitig systematisch die Potenziale seines Logistikbestands analysiert, Transformationspläne als strategische Grundlage etabliert und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen gezielt umsetzt, profitiert mehrfach: geringere Betriebskosten, regulatorische Sicherheit, steigende Marktwerte, bessere Vermietbarkeit – und stärkt so langfristig die Zukunftsfähigkeit eines nachhaltigen Logistiksektors.

Über GOLDBECK Sustainability Consulting

Das Sustainability Consulting von GOLDBECK begleitet Immobilienbestandshalter und Investoren im Umfeld komplexer und volatiler Nachhaltigkeitsanforderungen sowie bei der nachhaltigen Transformation von Bestandsimmobilien. Mit einer unabhängigen Beratung schafft das Sustainability Consulting Transparenz rund um die Themen Nachhaltigkeit, ESG und Regulatorik. Von der Bestandsanalyse über die Entwicklung von Manage-to-ESG-Konzepten bis zur Umsetzungsbegleitung: Die Expertinnen und Experten erarbeiten individuelle Nachhaltigkeitsstrategien mit umsetzungsfähigen und wirtschaftlichen Maßnahmenpaketen für einzelne Assets oder ganze Portfolios, die in Eigen- oder Fremdleistung realisiert werden können. Damit werden belastbare Entscheidungsgrundlagen für Bestandshalter und Investoren geschaffen und Immobilienwerte langfristig gesichert. Die Einheit greift unter anderem auf Erfahrungen aus über 500 analysierten Objekten auf einer Gesamtfläche von rund 1,2 Millionen Quadratmetern zurück. Darüber hinaus wurden bisher knapp 2.000 Personen von den Nachhaltigkeitsexpertinnen und -experten in den Bereichen Nachhaltigkeit, ESG und Regulatorik geschult.

Das GOLDBECK Sustainability Consulting ist Teil der Service-Sparte des europaweit tätigen Bau- und Dienstleistungsunternehmens GOLDBECK. Mit dem Anspruch „Building Excellence“ realisiert das Familienunternehmen zukunftsweisende Immobilien ganzheitlich – vom Design über den Bau bis zu Serviceleistungen während des Betriebs.

Weitere Informationen finden Sie unter goldbeck.de/sustainability-consulting

Bildrechte: GOLDBECK GmbH

Michaela Föller -  Head of GOLDBECK Sustainability Consulting
Michaela Föller Head of GOLDBECK Sustainability Consulting