Eine gute Zukunft für unser Land

Artikel aus dem Handelsblatt Journal „Energiewirtschaft“

Ein Leben in Sicherheit und Wohlstand, eine starke Wirtschaft, intakte Natur und ein stabiles Klima – das bedeutet eine gute Zukunft für unser Land. Der Schlüssel dazu ist eine verlässliche, zukunftsfähige Energieversorgung. Und diese Energieversorgung ist erneuerbar, bei uns und weltweit.

Im Jahr 2025 wurden rund 55 Prozent des Stroms in Deutschland mit erneuerbaren Energien produziert. Windkraft bleibt dabei der wichtigste Energieträger, und schon jetzt sind viele Genehmigungen für weitere Anlagen erteilt. Auch die Solarenergie wächst kräftig.

Weltweit ist im ersten Halbjahr 2025 erstmals mehr Strom aus Erneuerbaren als aus Kohle erzeugt worden. 2024 hatten erneuerbare Energien rund 90 Prozent Anteil am Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten.

Damit ist eines mehr als deutlich: Die Zeichen stehen auf erneuerbar. Die Umstellung hin zu einer Gesellschaft, die klimaneutral wirtschaftet, elektrisch fährt und ohne Öl, Gas und Kohle heizt, ist bereits in vollem Gange. Und das ist eine gute Nachricht.

Deutschland ist ein Land der Technik und der Innovation. Darauf gründet unser wirtschaftlicher Erfolg. Deswegen muss es unser Anspruch sein, bei der Energiewende Vorreiter zu bleiben. Gerade weil das die notwendige Voraussetzung ist, um unsere Klimaziele kurz- und langfristig zu erreichen.

Mit erneuerbaren Energien zur Energiesouveränität

Es geht beim klimaneutralen Energiesystem der Zukunft noch um weit mehr: um unsere Sicherheit und Unabhängigkeit, um Technologieführerschaft und Arbeitsplätze, um Gerechtigkeit und Teilhabe.

Erneuerbare Energien, das bedeutet weniger Abhängigkeit von importiertem Öl, Gas und Uran. Wir erleben derzeit jede Woche, wie geopolitische Gewissheiten und Bündnisse in Frage gestellt werden. Deswegen ist es wichtig, dass wir unsere Abhängigkeit von problematischen Regimen und unzuverlässigen Partnern verringern. Die dezentralen Erneuerbaren leisten das, sie machen uns unabhängiger. Und sie schonen Umwelt und Ressourcen. Denn Öl und Gas, das nicht mehr gebraucht wird, muss auch nicht für viel Geld und auf Kosten der Natur aus dem Boden gepumpt werden.

Erneuerbare Energien, das bedeutet Chancen für die Industrie. Green Tech made in Germany ist weltweit gefragt. Das soll so bleiben. Gelingen wird es nur, wenn wir nicht bremsen, sondern es attraktiv machen, innovative Energielösungen zu entwickeln und zu vermarkten.

Es muss unser Anspruch sein, bei der Energiewende Vorreiter zu bleiben.

Carsten SchneiderBundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Im Fokus: moderne und effiziente Stromnetze

Den Kurs des beschleunigten Ausbaus der Erneuerbaren Energien setzen wir unvermindert fort. Gleichzeitig stellen wir uns den aktuellen Herausforderungen. Der Ausbau muss Hand in Hand gehen mit der notwendigen Ertüchtigung des Stromnetzes. Investitionen in den Netzausbau sind wichtige Zukunftsinvestitionen und werden die Stromkosten senken.

Je höher der Anteil der Erneuerbaren, desto wichtiger werden Speichertechnologien, Digitalisierung und smarte Steuerung. Ein modernes, digital gesteuertes Stromnetz wird zur Innovationsplattform für Industrie, Start-ups und ganze Regionen. Von KI-gestützter Netzoptimierung bis zu dezentralen Energiemärkten entstehen neue Chancen, die auch Bürgerinnen und Bürger einbeziehen.

Mit flankierenden Maßnahmen zum Ziel

Durch Maßnahmen wie den Industriestrompreis werden energieintensive Unternehmen gezielt entlastet. Dadurch eröffnen wir ihnen Möglichkeiten, auf dem eigenen Weg Richtung Dekarbonisierung voranzukommen. Mit dem Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz schieben wir den Markthochlauf von klimaneutralem Wasserstoff durch schnelle und vereinfachte Genehmigungsverfahren an.

Erneuerbare Energien, das bedeutet regionale Wertschöpfung und Teilhabe zu stärken. Die individuelle Beteiligung an den Gewinnen der Energiewende gelingt schon gut, gerade bei Eigenheimbesitzern. Der Absatz von Wärmepumpen steigt massiv, jeder sechste Haushalt hat inzwischen eine PV-Anlage. Jetzt müssen wir besser darin werden, auch Mieterinnen und Mieter und Menschen mit geringen Einkommen einzubeziehen.

Vor allem sind Erneuerbare eine riesige Chance für die Regionen und Kommunen. Windenergie- und Solaranlagen beleben die Wirtschaft und schaffen Arbeitsplätze vor Ort. Jede Turbine, jedes Solarpanel und jede Wärmepumpe muss geplant, gebaut und gewartet werden. Schon heute arbeiten in Deutschland über 400.000 Menschen im Bereich erneuerbare Energien, Tendenz steigend. Wertschöpfung wird künftig dort stattfinden, wo saubere Energie erzeugt wird. Sie ist deswegen ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts. Es ist jetzt eine politische Aufgabe, dafür zu sorgen, dass davon ganz konkret die Menschen vor Ort profitieren, sei es durch günstige Strompreise, sei es durch zusätzliche Einnahmen für die Kommunen.

Das saubere Energiesystem von morgen ist gut für Umwelt und Klima, für einen starken Wirtschaftsstandort mit guten Arbeitsplätzen und für gute Lebensqualität in der Stadt und auf dem Land. Die Zukunft ist erneuerbar, und sie wird jetzt gemacht.

Das aktuelle Handelsblatt Journal
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