Drei Fragen, drei Antworten von Henning Hesse, Director Business Development Europe, Dateio:

Retail Banking 2030: Wie lässt sich im intensiven Wettbewerb künftig noch das größte Potential heben – im Produkt, in der Kundenbeziehung oder im Ökosystem? Und welche Weichen müssen Banken stellen?

Das größte Potenzial im Retail Banking liegt künftig weniger im Produkt selbst, sondern in der Qualität der Kundenbeziehung und den Ökosystemen rund um den Alltag der Kunden. Banken müssen ihre Apps von reinen Transaktionskanälen zu Engagement-Plattformen entwickeln – mit datenbasierten Services, relevanten Mehrwerten und Partnerschaften mit dem Handel. Genau hier entstehen neue Monetarisierungsmodelle, etwa durch merchant-finanzierte Angebote direkt im Banking.

Welche Rollen spiele Banken, Broker und Fintechs bei Finanz- und Vermögensbildung und wie entstehen daraus konkrete Wertschöpfungspotentiale im Retail Banking?

Fintechs treiben Innovation – aber Banken besitzen die entscheidende Schnittstelle zum Kunden. Entscheidend ist es, wie hier die Zusammenarbeit aussieht, und wie die Bank ihre Partner kuratiert, um sie dann im Ökosystem App dem Kunden zugänglich zu machen.

Künstliche Intelligenz ist im Banking angekommen. Wo sehen Sie im Jahr 2026 den größten Hebel: Effizienz, Kundenerlebnis oder neue Geschäftsmodelle?

Effizienz ist der Einstieg in KI im Banking – der größte Hebel liegt aber im Kundenerlebnis. Denn personalisierte, kontextuelle Services schaffen gleichzeitig bessere Customer Experience und neue Geschäftsmodelle.