Deutschland überarbeitet Pläne zur Entlastung kleiner Banken

Die Bundesrepublik will kleinere Geldhäuser von bürokratischen Lasten befreien. Ein neues Geheimpapier zeigt, über welche Vorschläge Politik, Banken und Finanzaufsicht dabei diskutieren.

Frankfurt. Die Diagnose von Nikolas Speer ist eindeutig: „Die Regulierung in Deutschland ist zu komplex geworden“, sagte der Exekutivdirektor der Finanzaufsicht Bafin auf der Handelsblatt-Tagung Bankenaufsicht. Die Bafin setzt sich deshalb mit der Bundesbank und der Bundesregierung in Brüssel dafür ein, dass besonders die Vorgaben für kleinere Geldhäuser in Europa gelockert werden.

Sparkassen und Volksbanken müssen bisher nämlich einen Großteil der Regeln einhalten, die nach der Finanzkrise 2008 in erster Linie für Großbanken eingeführt wurden – und sind damit häufig überfordert. Die deutschen Aufsichtsbehörden hatten deshalb bereits im Sommer 2025 ein sogenanntes Kleinbankenregime mit deutlichen Erleichterungen vorgeschlagen.

Ein Kernpunkt dabei war die Abschaffung der bisher im Fokus stehenden Eigenkapitalquote, die abhängig vom Eigenkapital einer Bank und vom Risikogehalt des eingegangenen Geschäfts ist. Stattdessen sollen kleine Geldhäuser künftig nur noch eine sogenannte Leverage- Ratio einhalten müssen, bei der das Eigenkapital ins Verhältnis zum gesamten Geschäftsvolumen gesetzt wird.