Wie lässt sich das internationale Geschäft ausweiten, ohne unkalkulierbare Risiken einzugehen? Besonders für den Mittelstand gibt es im Bereich der Exportfinanzierung eine bewährte und wirkungsvolle Antwort darauf.
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt für deutsche Unternehmen herausfordernd. Viele ausländische Importeure schieben geplante Investitionen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit auf die lange Bank. Gleichzeitig zeigen sich andere potenzielle Abnehmer deutscher Produkte im Ausland investitionsfreudig und agieren derzeit sehr dynamisch. Die Situation variiert je nach Region und Branche erheblich, weshalb individuell zugeschnittene Finanzierungslösungen gefragt sind. Gerade in schwierigen Marktphasen können spezialisierte Exportfinanzierungen einen echten Mehrwert schaffen: Sie helfen dabei, zusätzliche Aufträge aus dem Ausland zu gewinnen und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken abzusichern.
Wie können ECA-gedeckte Finanzierungen den Mittelstand gezielt unterstützen?
Ein bewährter Ansatz sind ECA-gedeckte Exportfinanzierungen, die die Exportaussichten hiesiger Unternehmen wirksam verbessern können. ECA steht für Export Credit Agency – also Exportkreditagentur – und bezeichnet eine Institution, die im Auftrag eines Staates wie der Bundesrepublik Deutschland die Förderung von Exportgeschäften forciert.
In der Praxis bedeutet es, dass der Exporteur mit seinem ausländischen Abnehmer einen Liefervertrag inklusive etwaiger Serviceleistungen abschließt. Parallel dazu beantragt er bei seinem Finanzierungspartner ein ECA-Angebot für einen Teil des Auftragswertes. Die Vorteile?
- Langfristige Planungssicherheit: Gleichbleibende Halbjahresraten über mehrere Jahre
- Breite Risikoabdeckung: Schutz vor politischen Risiken, Zahlungsausfällen und Insolvenzen des Abnehmers bis zu 95 %
Indem Exporteure potenziellen Kund:innen im Ausland nicht nur ein Produkt, sondern direkt eine passende Finanzierungsoption anbieten können, erhöhen sich die Chancen auf einen Auftragsabschluss erheblich. Ein besonders deutlicher Vorteil zeigt sich bei nachhaltigen Investitionsprojekten mit langen Laufzeiten von bis zu 22 Jahre. Längere Laufzeiten für umweltfreundliche Technologien fördern die Nachhaltigkeit und verschaffen deutschen Exporteuren gleichzeitig einen handfesten Wettbewerbsvorteil insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau.
Lokale Expertise darf bei der Risikoprüfung nicht unterschätzt werden.
Die Risikoprüfung ist in den vergangenen Jahren deutlich aufwändiger geworden und darf daher nicht unterschätzt werden. Bei sensiblen Märkten kommen weitere Komplexitäten hinzu, etwa die Frage, ob einzelne Komponenten einer Anlage möglicherweise einem sogenannten Dual-Use unterliegen, also sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden könnten. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit mit erfahrenen lokalen Partnern. Denn gerade bei kleineren Transaktionen arbeiten Exportfinanzierer oft mit mittelständischen Importeuren zusammen, die mit den Besonderheiten des internationalen Geschäfts weniger vertraut sind. Eine kompetente
Begleitung – sowohl der deutschen Exporteure als auch der ausländischen Kreditnehmer – ist dabei unerlässlich.
Fazit: Mit ECA-Finanzierungen können Unternehmen neue Märkte mit einer sicheren Finanzierung erschließen und sich so einen echten Wettbewerbsvorteil sichern.