Transformation. Gemeinsam.

Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal „Energiewirtschaft“

Die Transformation des Energiesystems ist zweifellos eine gewaltige Herausforderung. Vielleicht ist sie die größte Herausforderung seit Beginn der europäischen Einigung: Richtig gemacht, ist die Transformation auch die größte Chance für Europa in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Sicher, sauber, bezahlbar muss die Energieversorgung sein. Wir tun gut daran, diese drei Zielsetzungen gleichrangig zu behandeln. Denn Strom folgt nur der Physik und kümmert sich nicht um Ideologie und Politik. Die Überbetonung einzelner Ziele macht nicht nur Probleme, sie schwächt auch die Zielerreichung und vor allem den Wirtschaftsstandort. Beispiele der jüngeren Vergangenheit zeigen deutlich, wie viel Kraft es braucht, Fehlentwicklungen zu korrigieren. Zugleich sind diese Kurskorrekturen eine Gefahr für die Basis allen politischen Handelns: Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit. Verbote sind keine geeigneten Instrumente, um die Transformation und ihre Ziele erfolgreich zu erreichen. Weniger Ideologie, mehr Realismus ist daher die Devise. Zugleich werden wir das schwere Erbe ideologischer Weichenstellungen antreten und der Verlässlichkeit den Vorrang gegenüber ebenso begründeten Reparaturmaßnahmen geben müssen. Wir können uns nur eines zur Maxime machen: in Zukunft machen wir es anders, jedenfalls aber besser.

 

Richtig gemacht, ist die Transformation auch die größte Chance für Europa in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Dr. Michael StruglVorstandsvorsitzender, Verbund

 

Wir brauchen mehr Europa

Besser bedingt unter anderem ein klares Bekenntnis zu Europa. Es mag unpopulär sein, aber wir brauchen in vielen Bereichen mehr Europa, nicht weniger. Im globalen Wettbewerb kann nur ein geeintes Europa den beiden anderen großen Volkswirtschaften USA und China die Stirn bieten. Das erfordert eine (Rück-)Besinnung auf die zentrale Stärke: den Binnenmarkt. Bis heute ist es nicht gelungen, diesen Binnenmarkt zu vervollständigen. Sei es die Kapitalmarktunion oder der Energiebinnenmarkt, wir sehen uns hier mit Hindernissen und Hürden konfrontiert, die unsere Schlagkraft schädigen.

Der Standort Europa bleibt daher weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Um nur ein paar Zahlen zu nennen: Eine koordinierte und abgestimmte Transformation des Energiesystems ist bis zu 40 Prozent effektiver und günstiger als nationale Alleingänge. Ein vollständiger Energie-Binnenmarkt, der auf erneuerbaren Energien basiert, verspricht, so der Internationale Währungsfonds, Kostenvorteile von rund 40 Mrd. Euro pro Jahr. Klassische Finanzierungsinstrumente und fehlende Venture-Capital-Ökosysteme sorgen einerseits dafür, dass die Kosten der Transformation traditionell sozialisiert werden, und lassen Europa in Sachen Kommerzialisierung von Innovationen immer weiter zurückfallen. Das alles mit messbaren Ergebnissen: Europa lässt rund 10 Prozent seines potenziellen BIP ungenutzt.

Europa muss seine grundsätzliche Einstellung zur Transformation ändern. Die USA und China machen es uns vor: Ökonomische Chancen nutzen und die wirtschaftlichen Impulse in den Mittelpunkt stellen. Auch wenn wir es subjektiv anders wahrnehmen mögen, China und die USA sind die größten Investoren in saubere Technologien. Wobei China seine Zielsetzungen beim erneuerbaren Ausbau deutlich übererfüllt.

Gerade Europa, das zu Recht stolz auf seine Green-Tech-Kompetenz ist, sollte sich um eine Positionierung als globaler Technologielieferant und Lösungspartner bemühen und möglichst viel von den 2.200 Mrd. US-Dollar, die laut IEA 2025 in saubere Technologien investiert werden, auf sich verbuchen können.

Europa hat noch einen weiteren Grund, die Transformation voranzutreiben. Spätestens im Jahr 2022 musste Europa erkennen, dass Abhängigkeiten von Energielieferanten als Waffe gegen uns gerichtet sind. Gas gegen Wohlverhalten, auch im Falle einer völkerrechtswidrigen Invasion, lautet die Logik. Energiesouveränität ist in diesem Zusammenhang auch Souveränität in unserer Haltung und der Möglichkeit, Fehlverhalten auch als solches zu benennen. Mehr Eigenverantwortung Europas für die eigene Energieversorgung ist daher alles andere als ein Fehler. Auch aus ökonomischer Sicht: 2024 flossen rund 376 Mrd. Euro aus Europa für fossile Energieimporte ab. Es braucht wenig Fantasie, um sich ein Szenario auszumalen, in dem diese Geldmittel für Wohlstand, Wertschöpfung und Konjunkturimpulse in Europa sorgen.

Und ist Ihnen etwas aufgefallen? Ja, man kann die Transformation auch ohne den Begriff „Klimaschutz“ zu erwähnen, befürworten. Denn am Ende ist das Projekt der Transformation des Energiesystems einfach nur richtig. Man muss es nur richtig machen: gemeinsam.


www.verbund.com

Foto: © Josef M. Fallnhauser

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