Sanierung ungeliebter Töchter in rückläufigen Märkten: Was CFOs beachten müssen

Tochtergesellschaften, die über Jahre Kapital binden, aber wenig Ertrag bringen, sind für CFOs eine Herausforderung. Sie belasten die Bilanz, binden Managementkapazitäten und erfordern klare Entscheidungen: Weiterfinanzieren, restrukturieren oder verkaufen?

Volker Riedel und Matthias Müller

Drei Optionen für CFOs

Die Strategie hängt von der finanziellen Lage der Tochtergesellschaft, ihrer Marktstellung und den Unternehmenszielen ab. CFOs sollten drei Optionen prüfen und eine fundierte Entscheidungsvorlage für die Gesellschafter erstellen:

  1. Sanierung und Neuausrichtung: Wenn das Geschäftsmodell grundsätzlich tragfähig ist, aber Anpassungen nötig sind, kann eine Restrukturierung sinnvoll sein. Wichtig sind eine kritische Finanzanalyse, striktes Kostenmanagement und eine neue Marktstrategie.
  2. Restrukturierung und Liquiditätssicherung: Wenn eine Tochtergesellschaft in finanzielle Schieflage gerät, ist eine schnelle Sicherung der Liquidität entscheidend. Dazu gehören die Neuverhandlung von Krediten, Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen. Ein Schutzschirmverfahren kann helfen, das Unternehmen unter rechtlichem Schutz zu sanieren und eine neue Finanzierung aufzustellen.
  3. Verkauf oder Schließung: Falls weder eine Sanierung noch eine Restrukturierung wirtschaftlich sinnvoll sind, bleibt der geordnete Verkauf oder die Abwicklung. CFOs müssen dabei Haftungsrisiken minimieren, den Unternehmenswert optimieren und strategische Käufer finden.

Praxisfall: Ein Maschinenbauunternehmen unter Druck

Ein mittelständisches Maschinenbauunternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften stand vor Problemen: Der Markt für Spezialmaschinen schrumpfte, eine Tochtergesellschaft schrieb Verluste. Der CFO ließ verschiedene Optionen prüfen:

  • Finanzielle Analyse: Wo entstehen Verluste? Wo lassen sich Kosten senken?
  • Operative Maßnahmen: Zusammenlegung von Standorten, Prozessoptimierung.
  • Marktanalyse: Gibt es neue Absatzmärkte oder strategische Käufer?
  • Schutzschirmverfahren: Sanierung unter Insolvenzschutz mit neuer Finanzierung.

Das Ergebnis: Die Tochtergesellschaft wurde mit einer neuen Finanzierungsstruktur saniert und erfolgreich an einen strategischen Investor verkauft. Der CFO nutzte die Analyse als Entscheidungsvorlage für die Gesellschafter.

Erfolgsfaktoren für CFOs

Eine klare Strategie und konsequente Umsetzung sind entscheidend. CFOs sollten regelmäßig die Performance von Tochtergesellschaften überprüfen, frühzeitig Krisensignale erkennen und eine klare Governance-Struktur schaffen. Die Erfahrung mit Restrukturierungen und Schutzschirmverfahren kann den Prozess erheblich erleichtern.

Fazit

Nicht-performende Tochtergesellschaften müssen keine Dauerbelastung sein. Mit einer fundierten Strategie können CFOs Kapital freisetzen und das Kerngeschäft stärken. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der frühzeitigen Analyse und klaren Handlungsempfehlungen für die Gesellschafter.