Prozessautomatisierung und KI in der Kundenbeziehung: Ein weißer Fleck

Die chemische Industrie in Deutschland steht unter hohem Druck. Der gravierende Fachkräftemangel – verstärkt durch eine alternde Belegschaft, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand geht – bedroht nicht nur die Produktivität, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit.

Effizienz als Antwort auf Kapazitätsgrenzen

Hinzu kommt: Die Branche kann ihre Umsätze nicht einfach durch höhere Auslastung steigern – Maschinenkapazitäten sind limitiert, Rohstoffkosten steigen. Die chemische Industrie war zwar stets Pionier bei der Automatisierung von Produktionsprozessen, kundennahe Prozesse hinken jedoch oft hinterher. Hierbei spielen auch kulturelle Aspekte hinein, die Akteure auf Einkäufer- und Anbieterseite wurden in den letzten fünf bis sieben Jahren gegenüber digitalen oder gar Self-Service-Angeboten zunehmend offener – eine positive Folge des Generationenwechsels.

Gerade Funktionen wie Vertrieb, Marketing, Service und Commerce bieten zahlreiche Hebel für höhere Effizienz, um Kosten zu sparen und gleichzeitig Kunden noch besser zu bedienen. KI und Automatisierung entlasten Mitarbeiter:innen von repetitiven Aufgaben, schaffen Raum für wertschöpfende Tätigkeiten und tragen durch schnelleren, individuelleren Service zu einer exzellenten Kundenerfahrung bei. Wesentlicher Faktor: eine schlanke bzw. nahtlos vernetzte Systemlandschaft, mit harmonisierten Daten für tiefere Einblicke, präzisere Entscheidungen und schnellere Services.

Use Cases mit Mehrwert

Eine KI-gestützte CRM-Plattform wie Salesforce liefert hierfür branchenspezifische Lösungen – von automatisiertem Reordering über intelligente Preisfindung bis hin zu Field Service Management und Forecasting. Beispielsweise lassen sich mit der Salesforce Revenue Cloud individuelle Preismodelle besser steuern und automatisieren – ein entscheidender Vorteil in der Chemiebranche, in der nahezu jeder Kunde individuelle Konditionen erhält. Durch Standardisierung und datenbasierte Preisfindung können nicht nur Prozesse gestrafft, sondern auch Margen optimiert werden. Ein weiteres Praxisbeispiel: Der aufwändige Prozess des Sample Managements – von der Bestellung über den Versand bis zur Abrechnung – lässt sich heute durchgängig automatisieren. Die Folge: signifikante Einsparungen bei Prozesskosten, verkürzte Zyklen und eine spürbare Entlastung der Teams.

Bereit für den nächsten Schritt

Wer heute Automatisierung sagt, meint eigentlich KI. Wir befinden uns mitten in der dritten KI-Innovationswelle mit autonomen KI-Agenten, die Back-Office- und Kundenbetreuungsabläufe bei Vertrieb, Marketing, Kundenservice und dem Commerce-Bereich rationalisieren. KI-Agenten beantworten Anfragen, prüfen Lagerbestände, planen Wartungen oder erstellen Ausschreibungsantworten. Anders als klassische Chatbots reagieren sie nicht nur, sondern handeln: Sie greifen eigenständig auf relevante Daten zu, treffen Entscheidungen und führen Aufgaben aus – ohne menschliches Zutun.

Die nachfolgende Checkliste gibt erste Orientierung darüber, wie ein Unternehmen Agent-ready wird. Denn die KI-Transformation ist nicht mehr aufzuhalten. Den aktuellen sowie künftigen Herausforderungen lässt sich nur mit geeigneter Technologie begegnen, die einen spürbaren Kundenmehrwert mit Effizienz- und Produktivitätssteigerung vernetzt. Und zwar nicht als Ersatz, sondern als digitaler Assistent oder Kollege.

Checkliste: Wann ist mein Unternehmen bereit für KI-Agenten?

  1. Use Cases identifiziert? Welche klar strukturierten, häufig vorkommenden Abläufe (z. B. Anfragen, Freigaben, Wartungsprozesse), die sich für Automatisierungen eignen, existieren im Unternehmen?
  2. Datenqualität gewährleistet? Sind die benötigten Daten- und Metadaten systematisch erfasst – etwa in CRM-, ERP- oder Produktionssystemen – und konsolidiert, z.B. über die Salesforce Data Cloud?
  3. Verantwortlichkeiten geklärt? Ist klar definiert, was der Agent tun darf? Welche Regeln, Berechtigungen und technische Leitplanken werden eingezogen?
  4. Business Value klar erkennbar? Ist der potenzielle Nutzen messbar – etwa durch Zeitersparnis, schnellere Reaktionsfähigkeit oder Entlastung von Fachpersonal?
  5. Vertrauen in die Veränderung vorhanden? Wie lässt sich bei den Mitarbeiter:innen Vertrauen dafür schaffen, operative Verantwortung an Technologie zu übergeben – und neue Rollen im Zusammenspiel mit Agenten anzunehmen?
  6. Governance und Sicherheit mitgedacht? Sind Datenschutz, Nachvollziehbarkeit und ethische Leitplanken sichergestellt – z. B. durch Lösungen wie den Salesforce Trust Layer?