Mit Innovationen aus Deutschland für eine Welt ohne Angst vor Krebs
Krebserkrankungen sind komplex und individuell – dennoch erfolgt die Behandlung häufig nach standardisierten Schemata. Die Präzisionsdiagnostik markiert hier einen entscheidenden Fortschritt: Sie ermöglicht eine frühere, genauere und personalisierte Erkennung sowie Bewertung von Tumoren und bildet die Basis für maßgeschneiderte Therapien. Ziel ist es, jeder Patientin und jedem Patienten die wirksamste Behandlung zum richtigen Zeitpunkt zu bieten – von der Vorsorge bis zur Nachsorge.
Frühere Diagnosen durch Technologie und KI
Ein zentrales Element ist die medizinische Bildgebung. Sie verbessert nicht nur die Früherkennung, sondern unterstützt auch die Therapieplanung, die Durchführung schonender Strahlentherapien und die Überwachung des Behandlungserfolgs. Moderne Verfahren wie CT, MRT und PET liefern hochpräzise Bilder, die durch künstliche Intelligenz (KI) ergänzt werden. KI hilft dabei, große Datenmengen effizient zu analysieren, unterstützt die Befundung und sorgt für konsistente Diagnosen – besonders in Regionen mit Fachkräftemangel.
Ein Beispiel für den Nutzen ist das Lungenkrebs-Screening: Bei 75 % der Betroffenen wird Lungenkrebs erst spät erkannt – mit entsprechend schlechter Prognose. Die Niedrigdosis-CT, kombiniert mit KI-gestützter Bildanalyse, ermöglicht eine frühzeitige Diagnose bei minimaler Strahlenbelastung. Innovative Technologien zur Strahlungsfilterung erhöhen die Akzeptanz solcher Programme in der Bevölkerung. Positive Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, wie systematisches Screening die Überlebenschancen deutlich verbessert.
Werden Auffälligkeiten festgestellt, liefern bildgebende Verfahren wie CT und MRT sowie die Molekularbildgebung mit PET entscheidende Informationen. Hybride PET-MR- und PET-CT-Systeme zeigen nicht nur, wo sich ein Tumor befindet, sondern auch, wie aktiv er ist und wie er auf Medikamente reagiert. Die photonenzählende CT bietet darüber hinaus eine besonders hohe Bildauflösung und ermöglicht eine präzise Visualisierung onkologischer Merkmale – etwa zur Beurteilung der Tumorstruktur und -ausbreitung.
Verbindung von Diagnose und Behandlung
Auch die Theranostik – die Verbindung von Diagnostik und Therapie auf molekularer Ebene – verdeutlicht, wie weit die Präzisionsmedizin bereits fortgeschritten ist. Radiopharmazeutika ermöglichen die gezielte Darstellung und Bekämpfung von Tumoren. Erste Anwendungen bei Schilddrüsen-, Prostata- und neuroendokrinem Leberkrebs sind vielversprechend; Studien zu weiteren Indikationen laufen. Bildgebende Hybrid-Systeme helfen, geeignete Patient:innen zu identifizieren und die Therapie individuell anzupassen.
Nach der Diagnose zählt Geschwindigkeit: Jeder Monat Verzögerung kann das Sterberisiko um bis zu zehn Prozent erhöhen. Präzisionsdiagnostik trägt dazu bei, die wirksamsten Behandlungen schneller zu identifizieren und gezielt zu planen. Digitale Lösungen und KI sind dabei unverzichtbar, um die wachsenden Datenmengen in entscheidungsrelevantes Wissen zu übersetzen und aus den Ergebnissen zu lernen.
Voraussetzung dafür ist ein strukturierter und zugänglicher Datenpool – insbesondere aus europäischen Gesundheitssystemen. Derzeit basieren viele KI-Modelle auf Daten aus den USA und Asien. Um die volle Leistungsfähigkeit auszuschöpfen, müssen auch deutsche und europäische Daten stärker eingebunden werden. Nur so kann maximale Präzision erzielt werden – zum Nutzen der Patient:innen und zur Entlastung des medizinischen Personals.
Vorteile für Betroffene und das Gesundheitssystem
Neben dem klinischen Nutzen bietet die Präzisionsdiagnostik auch wirtschaftliche Vorteile: Früh erkannte und gezielt behandelte Krebserkrankungen entlasten das Gesundheitssystem und verbessern die Lebensqualität der Betroffenen. Gleichzeitig können ineffiziente oder unwirksame Therapien vermieden werden. Die Chancen für eine bessere und effizientere Versorgung durch gezielte Nutzung vorhandener Gesundheitsdaten sind groß – wir sollten sie nutzen.
Die Vision ist klar: Eine integrierte, datenbasierte und personalisierte Krebsversorgung, die auf den Erkenntnissen aus Millionen von Behandlungsverläufen aufbaut. Siemens Healthineers arbeitet mit Hochdruck daran, diese Vision Realität werden zu lassen – zum Wohl der Patient:innen in Deutschland und weltweit.
