Prävention beginnt hier: Warum Apotheken zum Gamechanger werden

Prävention ist das große Versprechen einer zukunftsfähigen Gesundheitsversorgung. Sie verhindert Krankheiten, sichert Lebensqualität und spart Kosten. Und doch behandeln wir sie gesamtgesellschaftlich noch wie ein Stiefkind. Sie sei erstrebenswert, aber leider unprofitabel. Genau hier liegt die Herausforderung: Wir müssen Prävention nicht als Kostenfaktor sehen, sondern als Investition in die Gesundheit und die Zukunft einer resilienten Gesellschaft.

Die entscheidende Frage lautet: Wo erreichen wir Menschen so niedrigschwellig, so zuverlässig und so alltagsnah, dass Prävention wirklich gelebt wird? Die Antwort liegt auf der Hand: in den Apotheken vor Ort. Täglich suchen rund drei Millionen Menschen eine Apotheke auf – nicht nur mit Rezepten, sondern auch mit Sorgen, Fragen oder dem Wunsch nach Orientierung im Gesundheitswesen. Oft sind es kleine Momente: ein beruhigendes Wort, eine klare Empfehlung, ein Stück Sicherheit. Genau diese Nähe macht Apotheken einzigartig. Sie sind Vertrauensorte im Alltag, an denen sich Menschen aufgehoben fühlen: niedrigschwellig, ohne Termin, mit offenem Ohr und fachlicher Kompetenz. In diesen Momenten zeigt sich, dass Prävention nicht abstrakt ist, sondern selbstverständlicher Teil des Lebens und der Gesundheitsbetreuung werden kann.

Seit 2020 dürfen Apotheken pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) anbieten. Diese Leistungen verbessern vor allem die Sicherheit und Wirksamkeit einer Arzneimitteltherapie. Mit diesem Instrument können Apotheken ihren Patientinnen und Patienten bereits heute niedrigschwellige Angebote zur Gesundheitsförderung machen. Außerdem können sie gegen Grippe und Coronavirus impfen und das mit nachweisbarem Erfolg: Rund 94 Prozent der Teilnehmenden gaben an, mit der Impfung in der Apotheke sehr zufrieden zu sein. Ohne das Impfangebot der Apotheken hätten sich 17 Prozent der Befragten nicht impfen lassen! Hier zeigt sich, wie viel Prävention bewirken kann, wenn sie den Menschen einfach, vertrauensvoll und wohnortnah, eben einfach in ihrer Lebensrealität, begegnet.

Auch das Bundesministerium für Gesundheit erkennt die besondere Rolle der Apotheken im Bereich Prävention. Im Fahrplan für Reformen im Apothekenwesen betont Bundesministerin Warken, dass die Kompetenzen der Apotheken besser für die Versorgung genutzt werden sollen. So könnten Apotheken künftig einfache diagnostische Tests zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anbieten – der häufigsten Todesursache in Deutschland. Darüber hinaus sind für die Apotheken Beratungsangebote, etwa zur Prävention tabakassoziierter Erkrankungen, im Bereich der Herzgesundheit oder Leistungen im Monitoring denkbar. So werden Risiken frühzeitig erkannt, andere Berufsgruppen im Gesundheitswesen entlastet, Krankheiten vermieden und die Versorgung für alle verbessert.

Das deutsche Gesundheitssystem gibt den größten Teil seiner Mittel für die Behandlung von Krankheiten aus – und nur einen Bruchteil für deren Vermeidung. Jeder einzelne Moment in der Apotheke, ein Rat, eine Frage, eine Impfung, kann großen Einfluss auf die Gesundheit eines Menschen haben. Starke Apotheken vor Ort sind der Gamechanger für unsere Versorgung, denn Prävention gelingt nur dort, wo sie im Alltag der Menschen stattfindet. Apotheken machen genau das möglich.