Metall-3D-Druck als Schlüsseltechnologie für die Rüstungsindustrie

Der Einsatz von Metall-3D-Druck ist aus den führenden Industrien nicht mehr wegzudenken. Mittels dieser Technologie werden bereits heute u.a. Raketen, Drohnen, Triebwerksteile und Waffen hergestellt. Dabei ist eine breite Werkstoffauswahl von Stählen über Aluminium-, Titan-, Nickel- und Nioblegierungen verfügbar.

In den letzten Jahren haben Anlagenhersteller, wie Nikon SLM Solutions, die Grenzen des Machbaren im Metall-3D-Druck weiter verschoben. Fertigungsgeschwindigkeit, Bauteilgröße und Materialauswahl haben sich maßgeblich weiterentwickelt. Mittlerweile hat die Rüstungsindustrie eine Führungsrolle bei der Anwendung von additiver Fertigung übernommen.

USA und China sind Vorreiter

Amerikanische Rüstungskonzerne investieren seit Jahren in großem Umfang in die additive Fertigung. In den USA werden Projekte bereits seit Längerem aktiv gefördert, so z.B. unter der Biden Administration durch das „AM Forward“-Programm (2022). Aktuell wird im US-Senat ein Gesetzentwurf mit dem Titel „Future of Defense Manufacturing Act of 2025” diskutiert. Neben der finanziellen Förderung der additiven Fertigung sieht der Entwurf hohe Hürden für den Einsatz von 3D-Druckern aus Ländern wie China vor.

China auf der anderen Seite hat in den vergangenen 10 Jahren stark in den Aufbau einer eigenen 3D-Druck-Kompetenz investiert. Der lokale Markt in China wird von heimischen Drucker-Herstellern dominiert, die mittlerweile auch in Europa und in den USA versuchen, Marktanteile durch aggressive Preisgestaltung zu gewinnen.

Handlungsbedarf für Deutschland und Europa

Es droht ein Szenario, in dem zum einen die USA ihren Vorsprung in der Anwendung des Metall-3D-Drucks weiter ausbauen und Europa den Anschluss verliert. Zum anderen wird das europäische Ökosystem für 3D-Druck von chinesischen Anbietern bedroht.

Im Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung wird die Förderung der additiven Fertigung zugesagt. Eine konkrete Ausgestaltung dieser Förderung muss neben finanziellen Mitteln vor allem darauf ausgerichtet sein, unerwünschte Abhängigkeiten und Sicherheitsrisiken der Rüstungsindustrie bei dieser Schlüsseltechnologie zu vermeiden.

Analog zum „Future of Defense Manufacturing Act 2025“ in den USA, sollte die European Defence Agency die Errichtung und den Betrieb von “Innovation Hubs” vorantreiben. Gelder aus dem European Defence Fund müssen verstärkt für Projekte unter Anwendung additiver Fertigung bewilligt werden.

Darüber hinaus muss auch die Industrie mutiger werden in Innovationen zu investieren. Deutschland bietet hierfür hervorragende Voraussetzungen. Maschinenhersteller wie Nikon SLM Solutions sind Weltmarktführer und produzieren Metall-3D-Drucker in Deutschland. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer IAPT, Fraunhofer ILT oder die Bundeswehr-Universitäten betreiben Forschung auf diesem Gebiet.

Wie profitieren Rüstungsunternehmen von additiver Fertigung?

Unternehmen, die in additive Fertigung investieren, werden klare Vorteile haben:

  • Kürzere Entwicklungszyklen erlauben es, dynamisch auf neue Anforderungen aus den aktuellen Konfliktsituationen zu reagieren.
  • Flexible Produktion ermöglicht es, dynamisch auf den aktuellen Bedarf zu reagieren und Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg abzudecken.
  • Vereinfachte Lieferketten schützen kritisches Know-How, Lieferzeiten werden reduziert, Abhängigkeiten verringert.
  • Produkt Performance können diese Unternehmen durch einen höheren Grad an konstruktiver Freiheit steigern.

Es bietet sich aktuell eine große Chance für die deutsche Rüstungsindustrie, eine Führungsrolle zu übernehmen, in der die additive Fertigung eine entscheidende Rolle spielen sollte. Die Vorteile für unsere Sicherheit liegen auf der Hand. Die Zeit drängt.