Titelbild: Ecclesia-Chef Jochen Körner (links) und MRH Trowe-Vorstandssprecher Ralph Rockel im Gespräch auf dem Handelsblatt Insurance Summit
Die Konsolidierung auf dem Maklermarkt wird noch einige Jahre lang weitergehen, davon zeigten sich Jochen Körner, CEO von Ecclesia, und Ralph Rockel, Vorstandssprecher von MRH Trowe, beim Insurance Summit des Handelsblatts in Düsseldorf überzeugt. Aus 85 nennenswerten Industriemaklern, die es noch vor fünf Jahren gab, werden in weiteren fünf Jahren nur noch 25 geworden sein, prognostizierte Rockel. Rund 120 Maklerübernahmen gebe es aktuell und insgesamt im Markt pro Jahr.
Welche der sogenannten Konsolidierer mit ihrer Strategie am Ende Erfolg haben, müsse sich noch zeigen, so Körner. Von einer Konsolidierung im wörtlichen Sinne sei die Branche aber auch dann noch deutlich entfernt. Weder sei dadurch bislang Kapazität aus dem Markt verschwunden, noch hätten die größeren Teilnehmer beherrschende Marktanteile.
Beim aktuellen Maklerranking des Versicherungsmonitors [1] verbesserte sich Ecclesia unter den führenden Industriemaklern von Platz zwei auf Platz eins, den sich der Makler mit Aon teilt. MRH Trowe steht unverändert auf Platz acht.
Es wird weiter kleine Makler geben
Es werde auch in Zukunft alle Unternehmensgrößen im Markt geben. „Denn am Ende entscheidet der Kunde.“ Und da gebe es immer welche, die von kleinen Maklern beraten werden wollten, sagte Körner und verwies auf das Beispiel Immobilienmakler. Er ist skeptisch, ob alle Konglomerate, die sich gerade bilden, auch zukunftsfest sind. Denn es sei eine Sache, von Investoren viel Geld zu bekommen und damit im Markt zuzukaufen, aber eine andere, solche gewachsenen Unternehmen mit dann 400 oder 500 Mio. Euro vermitteltem Prämienvolumen auch zu managen. „Das ist ein riesiger Unterschied und das Beste, was Beratern in diesem Bereich passieren kann.“
Versicherern böte sich mit größeren Maklern die Chance, eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln, die dann auch für ein erhebliches Volumen stehen, sagte Rockel. Wer sich einfach nur zurücklehne, werde austauschbar, warnte er.
Körner sieht für Versicherer dagegen kein Problem. „Versicherer haben einen Menge Herausforderungen, die Maklerkonsolidierung gehört nicht dazu.“
Ob es auch bei kleineren Versicherern zu einer Konsolidierung kommen wird, wollte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherer, nicht beantworten. Fest stehe aber, dass kleinere Anbieter den Druck der Compliance-Anforderungen besonders zu spüren bekämen.
Wachsende Regulierung durch die Ampel-Regierung
Mit der gerade zerbrochenen Ampel-Regierung habe es 77 neue Rechtsakte gegeben, die Versicherer betroffen haben, sagte Asmussen. Die Regulierung habe stark zugenommen.
Der Chef-Lobbyist der Branche rechnet nicht mehr damit, dass in der verbleibenden Zeit bis zu den Neuwahlen Ende Februar noch Gesetzesvorhaben beschlossen werden, die die Branche betreffen. Er habe zunächst durchaus Möglichkeiten gesehen, das Betriebsrentenstärkungsgesetz noch durch den Bundestag zu bringen. „Diese Hoffnung musste ich aber wieder begraben.“
Gut wäre es auch gewesen, wenn die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung noch gekommen wäre. Das hätte gerade den multinationalen Konzernen Rechtssicherheit gebracht.