Lösungen gemeinsam entwickeln

Zinswende, Digitalisierung und Dekarbonisierung verändern die Anforderungen von Investoren, Nutzern und Bestandshaltern nachhaltig.

Ein makro-ökonomisches Umfeld, das von einem starken Zinsumfeld und konjunktureller Schwäche geprägt ist, Klimaschutzanforderungen, die Änderung der relativen Attraktivität von Immobilienanlagen – der auf vielen Ebenen zu beobachtende Paradigmenwechsel stellt neue Ansprüche an die Immobilienwirtschaft. Die Zeiten, in denen die Erträge fast automatisch durch Wertsteigerungen der Immobilien erzielt wurden, sind definitiv vorbei. Ein effizientes und effektives Assetmanagement ist zu einer entscheidenden Stellschraube geworden. Flexibilität, gute Zusammenarbeit über die gesamte Wertschöpfungskette, Kreativität und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Nutzer sind im aktuellen Marktumfeld noch wichtiger, um Immobilienportfolios erfolgreich durch diese herausfordernden Zeiten zu steuern.

Immobilien sind immer Teil eines wirtschaftlichen Ökosystems und werden maßgeblich von der Situation ihrer Nutzer bestimmt. Die wirtschaftliche Situation der Nutzer, der Einfluss von systemischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf ihre Geschäftsmodelle,  ebenso wie die Digitalisierung und die Erfordernis von mehr Nachhaltigkeit sind bestimmend für ihren Bedarf an Immobilien und den Anspruch an deren Ausstattung. In der Konsequenz ist zu beobachten, dass sich die althergebrachte Abgrenzung von Nutzungsarten teilweise auflöst.

Ein Beispiel dafür sind die veränderten Nutzerbedürfnisse bei den Bürobeschäftigten. Das Unternehmensbüro hat sein Monopol als Ort für Schreibtischarbeit verloren und muss sich im Wettbewerb mit Homeoffice und Coworking Spaces behaupten. Zeitgemäße Büroflächen sind oft nur noch schwer von der Lobby moderner Hotels zu unterscheiden. Andersherum haben viele Hotels in ihre Lobby-Zonen Coworking Spaces integriert, deren Gestaltung problemlos mit den Flächen der großen Anbieter von Flexible Workspaces mithalten kann.

Im Einzelhandelsbereich bevorzugen Konsumenten ein Einkaufserlebnis, das Online- und Offline-Kanäle vereint. Einzelhandel und Marken müssen sich dem anpassen, wenn sie sich weiter am Markt behaupten wollen. Omnichannel-Einkaufserlebnisse, verbunden mit einem Mix-and-Match-Angebot, das hochwertige Marken und Mainstream-Marken kombiniert, sowie ein umfassendes gastronomisches Angebot sind das Gebot der Stunde. Auch die Kombination mit anderen Nutzungen ist seit Jahren ein Erfolgsfaktor im Management von Handelsimmobilien. Neue Konzepte sind auch in den europäischen Innenstädten gefragt, die zu oft von den Monostrukturen von Fast Food bis Fast Fashion beherrscht werden. Hier steigt die Nachfrage nach nachhaltigeren Angeboten.

Im Immobilien-Assetmanagement ist die gemeinsame Entwicklung von Lösungen durch alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten gefragt. Flexibilität, gute Zusammenarbeit und Digitalisierung werden die wesentlichen Treiber für erfolgreiche Lösungen sein.