Kooperationen als Investitionsmotor für die Stadtwerke Transformation

Die Energie- und Wärmewende stellt Stadtwerke und Energieversorgungsunternehmen vor enorme Herausforderungen. Für die Transformation der Energieversorgung werden aktuell Investitionen in Höhe von über 1 Billion Euro bis 2045 prognostiziert¹. Gleichzeitig verschärfen regulatorische Anforderungen, steigende Kapitalkosten und begrenzte Eigenkapitalspielräume die Finanzierungssituation vieler Energieversorgungsunternehmen.

Auswirkungen auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage

Diese Entwicklungen beeinflussen die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von Energieversorgungsunternehmen zunehmend spürbar. Die konkreten Auswirkungen auf das eigene Unternehmen werden dabei jedoch häufig unterschätzt oder erst sichtbar, wenn sich die finanzielle Stabilität bereits spürbar verschlechtert hat.

Unsere Projekterfahrungen zeigen deutlich: Je nach Entwicklungspfad zur Erreichung der Klimaneutralität und abhängig von der unternehmensindividuellen Ausschüttungspolitik kann sich die Eigenkapitalquote in den kommenden 10 bis 20 Jahren durchaus halbieren. Die steigende Verschuldung allein stellt schon eine erhebliche Herausforderung dar. Hinzu kommt, dass rückläufige Ergebnisse in traditionellen Geschäftsfeldern den dynamischen Verschuldungsgrad weiter belasten. Dadurch geraten relevante Kennzahlen oftmals bereits mittelfristig in einen Bereich, der kritisch zu bewerten ist – oder bestehende Nebenabreden in Kreditverträgen werden verletzt.

Ableitung einer ausgewogenen und zukunftsfähigen Finanzierungsstruktur

Eine wesentliche Voraussetzung, um die Transformation der Energiewirtschaft und des eigenen Unternehmens erfolgreich zu gestalten, ist daher ein optimal abgestimmter Finanzierungsmix.

Die zukünftige Finanzierungsstruktur muss sowohl den spezifischen Anforderungen der Branche als auch den Erwartungen der unterschiedlichen Stakeholder gerecht werden. Gleichzeitig sollte sie sicherstellen, dass das Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen zuverlässig erfüllen und seine strategischen Wachstumsziele nachhaltig erreichen kann. Neben klassischen Einlagen gewinnen zunehmend auch alternative Instrumente der Eigenfinanzierung an Bedeutung. Zu diesen zählen insbesondere mezzanine Finanzierungsformen.

Kooperationen gewinnen an Bedeutung

Darüber hinaus können Kooperationen mit Partnerunternehmen neue Finanzierungsspielräume eröffnen – etwa durch eine direkte Beteiligung am Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung oder durch die Gründung gemeinsamer Gesellschaften, die mit eigenem Kapital ausgestattet werden. Ergänzend können Kooperationen nicht nur die Finanzierung einzelner Vorhaben erleichtern, sondern verbessern auch die strategische Positionierung, indem sie Know-how, Projektkompetenzen und Marktzugang bündeln. Dadurch entstehen Strukturen, mit denen Energieversorger Transformationsprojekte schneller, effizienter und wirtschaftlich tragfähiger realisieren können.

Zusammenfassung

Die finanziellen Auswirkungen der Energiewende treffen Energieversorgungsunternehmen zunehmend spürbar – oft früher und stärker als erwartet. Umso wichtiger ist eine zukunftsfähige, strategisch ausgewogene Finanzierungsstruktur. Neben klassischen Finanzierungsinstrumenten gewinnen neue Wege wie mezzanine Kapitalformen sowie Kooperationen und Beteiligungsmodelle an Bedeutung.

Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen ins Gespräch zu kommen, wie Energieversorgungsunternehmen ihre Finanzierung zukunftssicher gestalten und durch strategische Partnerschaften neue Chancen erschließen können.

¹ BDEW et al. (2023) Kapital für die Energiewende, Positionspapier