Interview mit Jana Heeg-Rupprecht

Wie bewerten Sie die derzeitige Lage am Markt für Baufinanzierungen?

Der Baufinanzierungsmarkt in Deutschland im Jahr 2025 wird insgesamt als stabil, aber herausfordernd bewertet – mit regionalen Unterschieden und klaren Trends in Richtung Digitalisierung, Nachhaltigkeit und selektiver Nachfrage. Wir erwarten keine drastischen Zinsanstiege, sondern eher eine Seitwärtsbewegung oder moderate Schwankungen. Nach der Preiskorrektur 2023/24 steigen die Immobilienpreise 2025 wieder leicht – im Schnitt um 1–3 %, je nach Lage 3.

In gefragten Lagen (A-Städte) sind moderate Preissteigerungen zu beobachten, während in ländlichen Regionen die Preise stagnieren oder leicht rückläufig sind.

Was meinen Sie, wie sieht das Baufinanzierungsgeschäft in 5 oder 10 Jahren aus?

Digitale Antragsstrecken, automatisierte Kreditentscheidungen und KI-gestützte Bonitätsprüfungen werden zur Norm, um der Kundenerwartung an nahtlose, mobile und schnelle Prozesse gerecht zu werden und gleichzeitig die Profitabilität im einem wettbewerbsumkämpften Markt sicher zu stellen.

Der Wettbewerb bleibt hoch, Margen sinken weiter – Effizienz und Skalierbarkeit werden überlebenswichtig.

Konsolidierung im Markt ist wahrscheinlich: kleinere Anbieter könnten von größeren Plattformen übernommen werden. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Beratungskompetenz bei komplexeren Finanzierungen.

Was möchten Sie den Teilnehmern der Tagung als Message mit auf den Weg geben?

Die Zukunft der Baufinanzierung liegt nicht nur in Zahlen und Zinsen – sondern in unserer Fähigkeit, Wandel aktiv zu gestalten. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung sind keine Trends, sondern zentrale Erfolgsfaktoren. Wer heute bereit ist, Prozesse neu zu denken, Daten intelligent zu nutzen und mutig zu handeln, wird morgen die Standards setzen und echten Mehrwert für die Kunden generieren.