Innovationskraft beginnt im Büro, nicht bei der Anwesenheitspflicht

Viele Unternehmen diskutieren aktuell über die richtige Anzahl an Bürotagen. Die einen setzen auf feste Präsenzregeln, die anderen auf maximale Freiheit. Eine zentrale Frage gerät dabei oft aus dem Blick: Welchen Effekt hat das eigentlich auf die Innovationsfähigkeit der Belegschaft?

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) ist dieser Frage im Februar 2026 in einer breit angelegten Studie nachgegangen. Rund 2.000 Wissensarbeitende wurden befragt.


Arbeitswelt mit Raum für Austausch und Begegnung, Gestaltung von designfunktion

Bürozeit sagt wenig über Innovationsfähigkeit aus

Das Ergebnis widerspricht der Annahme, dass Präsenz alleine entscheidend ist. Die Auswertung zeigt keinen linearen Zusammenhang zwischen der Anzahl der Bürotage und der Innovationsleistung.

Die Forschenden identifizierten vier Gruppen mit unterschiedlichem Innovationsniveau und Präsenzverhalten:

  • Eine hybride Gruppe mit nur 36 Prozent Büroanteil erzielte die höchsten Innovationswerte überhaupt.
  • Eine andere Gruppe mit 82 Prozent Büropräsenz kam auf ein ähnlich hohes Niveau.
  • Die dritte Gruppe mit 26 Prozent Büropräsenz hatte deutlich niedriger Innovationswerte.
  • Trotz einer Büropräsenz von 71 Prozent weist die vierte Gruppe die niedrigsten Innovationswerte auf.

Interessant ist auch der Vergleich: Zwei Gruppen mit fast identischem Arbeitsortmuster unterschieden sich in ihrer Innovationskraft deutlich. Der Ort allein erklärt die Unterschiede also nicht. Etwas anderes muss den Ausschlag geben.

Der eigentliche Hebel: die Qualität der Arbeitsumgebung

Die Studie identifiziert zwei Faktoren, die tatsächlich wirken. Erstens die Eignung der Büroflächen für kreative Zusammenarbeit , etwa durch flexible Möblierung und eine offene Atmosphäre. Zweitens die Eignung für Begegnungen über Abteilungsgrenzen hinweg.  Beide Gruppen mit hohen Innovationswerten bewerteten ihre Flächen in diesen beiden Punkten deutlich besser als die weniger innova tiven Vergleichsgruppen.

Nicht die Häufigkeit der Bürobesuche entscheidet demnach über Innovationskraft, sondern das, was Mitarbeitende dort tatsächlich vorfinden.

Was Innovation im Alltag außerdem antreibt : Abwechslung und Wissensaufbau

Neben der Raumgestaltung untersuchte die Studie rund hundert weitere Einflussfaktoren. Der stärkste Einzelfaktor ist Abwechslung im Arbeitsalltag. Monotonie bremst Kreativität und Innovation spürbar. Auch die Möglichkeit, regelmäßig Neues zu lernen, wirkt sich positiv aus, ebenso wie Freude an der Arbeit und Identifikation mit dem Unternehmen.

Besonders spannend: Die innere Haltung, ambitionierte Ziele erreichen zu wollen, beeinflusst die Innovationsfähigkeit stärker als die tatsächlich erbrachte Leistung. Eine Unternehmenskultur, die die Ambition en der Mitarbeitenden fördert, zahlt demnach langfristig stark auf die Innovationsfähigkeit ein.

Fünf Ansatzpunkte für Unternehmen : So machen Sie Ihr Büro zum Innovationstreiber

Aus den Ergebnissen leiten die Studienautoren konkrete Handlungsfelder für Unternehmen ab:

  1. Schaffen Sie Räume für informellen Austausch wie beispielsweise Lounges, Kommunikationszonen und Begegnungsbereiche als Nährboden für neue Ideen.
  2. Fördern Sie Job -Rotation en und projektbasiertes Arbeiten über Teamgrenzen hinweg, denn beides bringt Abwechslung in den Alltag.
  3. Gestalten Sie Lernräume und regelmäßige Austauschformate , die gezielt Wissensaufbau fördern.
  4. Ein wirkungsvoll er räumliche r Hebel ist die Gestaltung von Kreativflächen mit flexibler Möblierung und geeigneter Technik.
  5. Schaffen Sie zusätzlich Co-Creation-Bereiche für bereichsübergreifende Zusammenarbeit , denn diese trägt maßgeblich zur Innovationskraft bei.

Heben Sie ungenutztes Potenzial mit designfunktion

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Debatte um Homeoffice versus Büropräsenz greift zu kurz. Entscheidend ist nicht, wie oft Mitarbeitende ins Büro kommen, sondern was sie dort vorfinden. Wer die Innovationskraft seiner Organisation stärken will, sollte  deshalb weniger über Anwesenheitsquoten diskutieren und mehr über die Qualität der Arbeitsumgebung nachdenken.

Die gute Nachricht: Die Arbeitsumgebung ist aktiv gestaltbar. Als führendes Unternehmen für Planung, Innenarchitektur und Einrichtung von Arbeitswelten unterstützt designfunktion Unternehmen da bei , Räume zu schaffen, die Kreativität und Innovation fördern.

Quelle: Müller, C., Bockstahler, M. & Rief, S. (2026). Das Büro als Corporate Innovation Hub. Fraunhofer -Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart