Retail Banking 2030: Wie lässt sich im intensiven Wettbewerb künftig noch das größte Potential heben – im Produkt, in der Kundenbeziehung oder im Ökosystem? Und welche Weichen müssen Banken stellen?
Die Kundenbeziehung ist die Basis für den nachhaltigen Erfolg, wird aber bereits von Regionalbanen professionell gemanagt. Das größte Potenzial liegt daher im Ökosystem.
Welche Rollen spiele Banken, Broker und Fintechs bei Finanz- und Vermögensbildung und wie entstehen daraus konkrete Wertschöpfungspotentiale im Retail Banking?
Rolle der Banken: Stabilität, Kredit, Beratung mit dem Wertbeitrag Vertrauen & Bilanzkraft; Broker mit der Rolle des Marktzugangs mit dem Wertbeitrag Effizienz & Kostenreduktion und Fintechs mit der Rolle „Digitalisierung“ und dem Wertbeitrag Skalierung & Nutzerzentrierung. Nachhaltige Wertschöpfung entsteht da, wo: – Kundenzugang + Daten + Vertrauen + Technologie kombiniert wird, – reale Vermögensbildung unterstützt wird und – nicht nur Transaktionen, sondern langfristige Kundenbeziehungen monetarisiert werden.
Künstliche Intelligenz ist im Banking angekommen. Wo sehen Sie im Jahr 2026 den größten Hebel: Effizienz, Kundenerlebnis oder neue Geschäftsmodelle?
Der größte kurzfristige Hebel liegt 2026 in der Effizienz. Das größte strategische Potenzial liegt jedoch im Kundenerlebnis. Neue Geschäftsmodelle sind real, aber noch selektiv.
Warum liegt der stärkste Hebel in der Effizienz?
Banken sind
- stark reguliert
- prozesslastig
- dokumentenintensiv
- compliance-getrieben
- personalintensiv
Konkrete Hebel liegen in der Prozessautomation (z.B. Kreditprüfung, Schadens- und Betrugserkennung- Vertragsprüfung usw.) sowie in der Produktivitätssteigerung im Backoffice (z.B. automatisierte Berichtserstattung, KI-Piloten für Sachbearbeiter oder regulatorisches Monitoring)
Fazit: Effizienzpotenzial von 15-30 % sind in administrativen Einheiten realistisch.