AstraZeneca entwickelt beständig neue Therapieoptionen und hat etwa 189 Projekte in der aktuellen Pipeline. Alles mit dem Ziel, dass Patient:innen besser und länger leben können. „In den letzten Jahren konnten wir rasante Fortschritte bei der Entwicklung von innovativen Therapien beobachten“, erläutert Dr. Michael Seewald, Vice President Medical & Regulatory bei AstraZeneca Deutschland. „Medizinische Innovationen müssen ganzheitlich im Kontext der Nachhaltigkeit betrachtet werden, um schneller bei den Patient:innen anzukommen. Daher ist die gezielte Nutzung von Daten und digitalen Technologien unerlässlich, um das Gesundheitssystem faktenbasiert und nachhaltig für die Zukunft zu wappnen.”
Effektivität des Gesundheitswesens messen
Resilienz ist ein gern genutzter Begriff, wenn es darum geht, eine Verbesserung der Widerstands- und Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu fordern. Der Weg dorthin setzt allerdings eine valide Datengrundlage voraus, die eine stetige Analyse einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung zulässt. In Deutschland sind bereits Daten zum Gesundheitswesen vorhanden. Diese liegen aber vielfach nicht zentral gebündelt, sondern in Datensilos vor. AstraZeneca adressiert dieses Problem gemeinsam mit Vandage und der wissenschaftlichen Unterstützung der Universität Bielefeld und hat dazu den Nachhaltigkeitsindex (NHI) erstellt. Dieser hat das Ziel, Datensilos aufzubrechen und öffentlich zugängliche Daten an einem Ort zu bündeln.
Mit 292 messbaren Indikatoren können auf Basis des NHI Aussagen über den Zustand des Gesundheitssystems getroffen werden. „Was man nicht messen kann, kann man nicht managen“, bringt Tessa Wolf, Head Corporate Affairs bei AstraZeneca Deutschland, das Ziel des NHI auf den Punkt.
Quantifizierbare Ziele definieren
Für die Güte dieser Analysen ist die Vielfalt und Qualität der eingespeisten Daten entscheidend. Für 83 Prozent der Indikatoren liegen Daten vor – das ist positiv. Was aber fehlt sind Zielvorgaben. Nur für 20 Prozent der Indikatoren liegen Ziele vor, daher ist eine effektive Bewertung nicht möglich. „Wir wollen gemeinsam im Rahmen der „Partnerschaft Zukunft Gesundheit“ mit Expert:innen des Gesundheitssystems quantifizierbare Ziele definieren und an deren Erreichung arbeiten“, so Tessa Wolf. „Denn nur wenn man weiß, wo man hinmöchte, kann man die Anstrengungen bündeln und auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten.”
Wie auf Basis des NHIs konkrete Zielvorgaben definiert werden können, zeigt das Anwendungsbeispiel zur nachhaltigen Versorgung chronischer Nierenerkrankung (CKD). Mit über 9 Millionen betroffenen Menschen ist CKD eine in Deutschland weit verbreitete Krankheit; viele der Betroffenen wissen aber nicht, dass sie darunter leiden. Für den CKD-Bericht ergänzte AstraZeneca den NHI durch Daten zur Versorgungssituation.
Der Bericht zeigt, dass Prävention und frühere Diagnosen maßgeblich dazu beitragen können, die Notwendigkeit von kostenintensiven und belastenden Dialysen zu verringern. CKD entwickelt sich oft unbemerkt und durch das Voranschreiten steigt das Risiko für ein Nierenersatzverfahren. Daher sollten spezifische Präventionsziele entwickelt und bestehende Aufklärungsprogramme evaluiert werden. Das schont nicht nur die Gesundheit der Patient:innen, sondern auch wertvolle Ressourcen.
„Mit diesem Anwendungsbeispiel wird die Versorgung von CKD in Deutschland aus der Perspektive der Nachhaltigkeit erfasst“, erklärt Tessa Wolf. „Sonst werden nur selektiv einzelne Themenbereiche betrachtet. Von diesem ganzheitlichen Blick können die Menschen mit CKD direkt profitieren.“
Für ein Gesundheitssystem, von dem alle profitieren
„Unser Ziel ist es, das Gesundheitssystem gemeinsam so zu gestalten, dass es auch für kommende Generationen zugänglich, sicher und nachhaltig leistungsfähig ist“, bekräftigt Tessa Wolf. Dafür braucht es Zahlen, Daten und Fakten. Der frei zugängliche NHI bietet diese Datengrundlage. „Gemeinsam gilt es diesen noch besser durch weitere Daten und Zielvorgaben zu machen. Denn mit guten Daten als Entscheidungsgrundlage können wir der Vision eines nachhaltig leistungsfähigen Gesundheitssystems näherkommen.“
Mehr zum Nachhaltigkeitsindex erfahren Sie hier:
Fotos: Michael Schunck
Artikel aus dem Handelsblatt Journal How to future Health vom 05.11.2024

