Ein Hoch auf die deutsche Energiewirtschaft

Leute, Kopf hoch! Es gibt auch gute Nachrichten. Eine davon kommt aus der deutschen Energiewirtschaft. Die Erzeugungsbranche hierzulande hat erneut ihre CO2-Emissionen überdurchschnittlich (!) gesenkt. Das hat Noch-Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) mitgeteilt, als er Mitte März die CO2-Bilanz 2024 für Deutschland vorstellte.

Die kompletten Treibhausgasemissionen in Deutschland sind im vergangenen Jahr nach Berechnungen des Umweltbundesamt (UBA) um 3,4 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO2 gegenüber 2023 gesunken. Gelungen ist das nur wegen der Anstrengungen der Energiewirtschaft. Sie hat ihre Emissionen überproportional abgesenkt und damit einen Ausgleich zu Branchen geschaffen, die ihre Minderungsziele verfehlt haben.

Die Manager und Managerinnen bei den Stadtwerken und privaten Versorgern aber auch bei den Erneuerbaren-Projektierern dürfen ruhig stolz sein auf diese Leistung. Seit Jahren sorgen sie dafür, dass die Energiewirtschaft vor allem aufgrund des Zubaus an erneuerbaren Energien ihre Vorgaben überfüllt und immer weniger CO2 für die Energieversorgung in die Umwelt geblasen wird.

An dieser Stelle soll auch der Bürger gelobt werden. Denn nicht nur das große Geld von Investoren und Finanzgesellschaften trägt dazu bei, dass viele Windräder und PV-Parks gebaut werden. Auch die mittlerweile in die hunderttausende gehenden PV-Anlagen auf den Dächern und Balkonen tragen immer mehr zu CO2-Reduzierung bei.

Der sukzessive Ausstieg aus der Braunkohle- wie Steinkohleverstromung und der zunehmende Verzicht auf Erdgas tragen ebenso dazu bei. Und auch das ist ein Erfolg: Das passiert alles, ohne das System zu destabilisieren. Die Blackout-Zeiten in Deutschland haben sich den vergangenen Jahren kaum verändert und sind mit wenigen Minuten Stromausfall im Jahr im weltweiten Vergleich immer noch spitze.

Und die Erfolgsstory geht weiter: Laut Projektionen des Umweltbundesamtes wird die Energiewirtschaft bis 2030 weiterhin einen überproportionalen Beitrag zur Treibhausgasminderung leisten und ihre Ziele im Zeitraum 2021 bis 2030 mit 250 Millionen Tonnen CO2 weiter übererfüllen.

Bei aller Freude über die Leistung der Energiewirtschaft sind allerdings auch die unzureichenden Ergebnisse bei der CO2-Reduktion im Verkehr und im Gebäudesektor nennen. Die Emissionen des Verkehrssektors sanken 2024 lediglich um 1,4 Prozent auf 143,1 Millionen Tonnen CO2. Laut UBA waren das 18 Millionen Tonnen CO2 zu viel. Auch der Gebäudesektor verfehlte die Vorgaben. Zwar sanken die Emissionen um 2,3 Prozent auf 100,5 Millionen Tonnen CO2, doch die erlaubte Grenze von 95,8 Millionen Tonnen wurde überschritten.

Für beide Sektoren kann hier der Erzeugungssektor als Beispiel dienen. Die Mittel und Technologien (E-Autos/Wärmepumpen/Biomasse-KWK/Wasserstoff) sind auch dort vorhanden. Es ist nun Aufgabe der neuen Regierung, die Bedingungen für den Wandel im Verkehrs- und Wärmebereich vernünftig festzulegen. Das eine erfolgreiche Transformation möglich ist, zeigt die Energiebranche.