Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Sicherheit und Verteidigung
Herr Kaiser, Deutschland investiert kräftig in Weltraum und Verteidigung. Ist das nicht etwas spät?
Überhaupt nicht – auch wenn wir darauf gewartet haben. Es brauchte massive geopolitische Veränderungen, um uns auf unsere Stärken und Führungsrolle zu besinnen und das Heft in die Hand zu nehmen. Die Ankündigungen des Bundesverteidigungsministers, aber auch der ESA, sind klare Ansagen: 35 Milliarden Euro über fünf Jahre für die weltraumgestützte Verteidigung und mehr als 5 Milliarden Euro aus Deutschland für die drei nächsten ESA-Programmjahre. Niemand zweifelt mehr daran, dass Weltraum, Verteidigung und Sicherheit eng zusammenhängen. Und dass die duale, das heißt die zivile und militärische Nutzung von Weltraumtechnologien für beide, Industrie und Militär, gleichermaßen großen Wert hat.
Wo sollte investiert werden und mit welchen Prioritäten?
Schutz und Verteidigung unseres Landes und unserer Bevölkerung, Sicherheit und Resilienz unserer kritischen Infrastrukturen und flächendeckende Konnektivität haben oberste Priorität. Der Einsatz von Satelliten bei der Erd-, Wetter- und Weltraumbeobachtung, die Datenkommunikation bis in die entlegensten Winkel, die extrem zuverlässige Steuerung militärischer Systeme, das Backup für anfällige Netze und Investitionen in Architekturen, die gegen Cyberangriffe und Unfälle im All gefeit sind – all das ist von zentraler Bedeutung und überaus dringend.
Was ist daran so neu? War das nicht immer so?
Neu ist das starke Bedürfnis nach Sicherheit in zweierlei Hinsicht: Sicherheit gegen Ausfälle und Sicherheit vor Angriffen. Auf der Erde und im All. Wir alle wissen, wer unsere Daten- und Kommunikationssysteme manipulieren oder sabotieren will. Von einer militärischen Drohkulisse im All ganz zu schweigen. Was neu ist, ist die Dringlichkeit. Wir müssen rasch handeln, denn die Sicherheit und der Frieden in Europa sind bedroht.
Wo liegen Deutschlands Stärken im Weltraum, wo müssen wir nachlegen?
Wir sind Champions im Raketen- und Satellitenbau. Wir haben die besten Instrumente zur Erdbeobachtung. Wir haben Top-Teststandorte, Forschungs-, Lage- und Steuerungszentren. Und wir sind ein Katalysator der europäischen Zusammenarbeit. Doch haben wir die Kommerzialisierung und technologische Weiterentwicklung oft dem Ausland überlassen. Es fehlt hierzulande an Investoren und Investitionen. Es geht darum, unsere nationalen Technologie- und Systemfähigkeiten auszubauen und in unserer Industrie nachhaltig zu verankern.
Welche Rolle sollten internationale Investoren spielen?
Zusätzliches privates Kapital, in Kombination mit den großzügigen Mitteln öffentlicher Auftraggeber, kann zu einem nachhaltigen Ausbau der Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie führen. Ich werde von ausländischen Partnern immer wieder gefragt, wie sie an dem Aufschwung teilhaben können. Ich sage dann einfach: Kommt nach Deutschland und findet die richtigen Partner. Dabei muss die Politik aber unterstützen und nicht abschotten. Was kann uns Besseres passieren, als das Kapital amerikanischer Investoren anzuziehen? Wir müssen in Allianzen und geopolitischen Querverstrebungen, nicht in nationalen Silos denken.
Was bietet Rivada Space Networks an und wem?
Rivada Space Networks sitzt in München und nutzt ein deutsches kommerzielles Frequenzspektrum. Wir bauen das Outernet auf, eine Plattform mit 600 Satelliten, die über Laser-Verbindungen ein optisches Netzwerk im All bilden. Es kann Daten von einem beliebigen Punkt auf der Erde zu einem anderen übertragen, ohne terrestrische Infrastrukturen zu benötigen. Dies garantiert ein extrem hohes Niveau an Datensicherheit und Datensouveränität. Unser System ermöglicht zudem – als „System of Systems“ – die nahtlose Interoperabilität verschiedener Infrastrukturen.
Das Outernet wendet sich damit an Regierungen, Behörden, Streitkräfte und Unternehmen, die extrem sichere und interoperable Kommunikationsinfrastrukturen brauchen. Wehrhaft, resilient und kooperativ: Dies ist wie maßgeschneidert für die neue Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung.
