Der Einkauf als Mission Impossible?

Höher, schneller, weiter: Die Anforderungen an Beschäftigte im Einkauf nehmen immer weiter zu. Vor allem in den vergangenen zehn Jahren sind zunehmend neue Aufgaben und Herausforderungen hinzugekommen. Stand für Einkäufer früher noch das klassische „magische Dreieck“ bestehend aus Kosten, Zeit und Qualität im Fokus, umfassen die Aufgaben heute zahlreiche neue Themenfelder. Was bedeutet die Transformation für Führungskräfte und ihre Mitarbeitenden?

Aus Organisationssicht lassen sich die Faktoren, die den Wandel im Einkauf beeinflussen, im Grunde genommen in externe und interne Entwicklungen unterteilen. Begegnen wir auf der einen Seite Themen wie Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, aber auch negativen Entwicklungen wie Deglobalisierung, bestimmen auf der anderen Seite unternehmensintern ERP-Systeme, die Weiterentwicklung von Prozess-Organisationen oder auch die (De-)Zentralisierung von Einkaufsfunktionen unseren heutigen Alltag.

Die Anforderungen an den Einkauf gleichen zunehmend einer Mission impossible. Und doch muss das Unmögliche möglich gemacht werden. Darin liegt die zentrale Aufgabe für die Führungskraft. Denn die Transformation wartet nicht, und dieser Wandel kann nur gemeinsam mit den Mitarbeitenden erfolgen. Teamspirit ist unverzichtbar. Und daraus ergeben sich auch neue Herausforderungen für Führungskräfte im Einkauf.

Im Hintergrund ist gleichzeitig zu berücksichtigen, dass Einkaufsteams zunehmend aus verschiedenen Generationen zusammengesetzt sind. Unterschiedliche Einstellungen, unterschiedliche Sorgen und unterschiedliche Herangehensweisen – diese Heterogenität führt dazu, dass Team-Mitglieder auch neuen Themen ganz unterschiedlich begegnen. Während Künstliche Intelligenz zum Beispiel von einigen als fataler Trend betrachtet wird, verbinden andere damit die Hoffnungen auf die Umgestaltung von bis dato analogen Prozessen.

Klar ist aber: nicht jeder in einem Einkaufsteam kann alle Themen und Bereiche abdecken. Stattdessen ist vermehrt Expertentum gefragt. Führungskräfte im Einkauf sind damit zunehmend gefordert. Eine Führungskraft sollte die individuellen Stärkeprofile kennen und wirksam einsetzen – und zwar sowohl bei den Mitarbeitenden als auch bei sich selbst. Wichtig ist es, dass wir bei allem Wandel die Menschen im Blick behalten. Nur dann machen wir aus der „Mission impossible“ auch im Einkauf eine gelungene Mission in Richtung Zukunft.