Compliance als Grundpfeiler: Wie Unzer Integrität und Transparenz nachhaltig stärkt

Die Bankenaufsicht verlangt von Zahlungsunternehmen umfassende Compliance-Maßnahmen, um Finanzkriminalität und Geldwäsche zu verhindern und das Vertrauen von Verbrauchern ins Finanzsystem zu sichern. Doch wahre Compliance geht über Regeln hinaus: Es braucht eine Kultur der Integrität, die sich aus sich selbst heraus reguliert. Wie Unzer diesen Wandel erfolgreich gestaltet hat – und warum die Führungsebene dabei eine Schlüsselrolle spielt.

Seit einigen Jahren nimmt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die gesamte Zahlungsbranche verstärkt unter die Lupe. Das ist notwendig und richtig, denn die Aufarbeitung von Finanzkriminalität und Geldwäsche erfordert eine konsequente Aufsicht. Gleichzeitig sorgt die verstärkte Regulierung dafür, dass Finanzunternehmen stabile, transparente und vertrauenswürdige Geschäftsprozesse etablieren.

Unternehmen wie Unzer haben in den vergangenen Jahren viel investiert, um ihre Compliance-Prozesse zu verbessern. Wir haben eine gruppenweite Compliance-Strategie eingeführt, unsere Risikostrategie neu ausgerichtet, interne Prozesse optimiert, Kontrollmechanismen verstärkt und ein strukturiertes Monitoring etabliert. Zudem haben wir den Onboarding-Prozess für Kunden mit klaren Kriterien überarbeitet und eine Software implementiert, die Händler und Transaktionen kontinuierlich überwacht.

All das hat dazu geführt, dass wir heute mit Fug und Recht von uns sagen können, dass unsere Compliance- und Governance-Systeme die höchsten Branchenstandards erfüllen. Die Aufhebung der BaFin-Sonderbeauftragung und des Onboarding-Verbots bestätigt die Fortschritte, die wir in den vergangenen Jahren erzielt haben.

Kultur der Integrität als Erfolgsfaktor

Strukturen, Software und Prozesse sind jedoch nur ein Teil der Compliance. Für mich als verantwortlicher Compliance Officer war jedoch etwas anderes entscheidend: Es braucht eine langfristige Kultur der Integrität, die sich selbst reguliert und intrinsisch an Regeln hält. Eine innere haltung aller Mitarbeitenden, die aus sich heraus möglichen Fehlentwicklungen entgegenwirkt. Und genau hier, an diesem so wichtigen Punkt, sind wir ganz entscheidende Schritte vorangekommen.

Ich möchte das gern begründen. Die Werte und Überzeugungen eines Unternehmens sind die Grundlage für einen nachhaltigen kulturellen Wandel. Integrität steht dabei an erster Stelle. Denn ohne Integrität kann ein Unternehmen nicht die berechtigten Erwartungen seiner

Stakeholder erfüllen. Vertrauen entsteht nur, wenn alle Akteure stets nach den höchsten ethischen Standards handeln – in Worten und Taten.

Regeln allein reichen nicht

Die Compliance-Richtlinien der EU-Kommission und nationalen Regulierungsbehörden umfassen tausende Seiten. Sie sind wichtig, können aber nicht jede Eventualität abdecken. In vielen Fällen sind Regeln eindeutig, Entscheidungen einfach. Doch oft muss das Handeln von Leitungsgremien, Führungskräften und Mitarbeitern von Integrität geleitet werden. Einfach gesagt: Mitarbeiter müssen nicht nur tun, was rechtlich erlaubt ist, sondern das, was richtig ist.

Deshalb unterstützen und schulen wir unsere Mitarbeiter darin, Entscheidungen auf Basis von Integrität zu treffen. Die direkte Kommunikation zwischen Compliance-Abteilung und dem gesamten Unternehmen spielt dabei eine zentrale Rolle. Richtlinien, Schulungen, Monitoring und Qualitätschecks dienen als Kompass in der komplexen Compliance-Landschaft.

Gleichzeitig trägt jeder einzelne Mitarbeiter Verantwortung. Integrität bedeutet, Dinge zu hinterfragen und sich aktiv einzubringen. Wir müssen ein Umfeld schaffen, in dem Kritik nicht nur erlaubt, sondern erwünscht ist. Unsere Mitarbeiter sollen ermutigt werden, Unstimmigkeiten offen anzusprechen. Nur durch offene Kommunikation und konstruktive Kritik über alle Hierarchieebenen hinweg kann ein echter kultureller Wandel stattfinden.

Genau das haben wir bei Unzer umgesetzt. Unsere Unternehmenskultur setzt auf Integrität und Transparenz. Wir haben eine Whistleblower-Hotline eingerichtet und führen regelmäßig Schulungen durch, um Compliance als festen Bestandteil unserer Firmenkultur zu verankern. Zudem fördern wir eine Speak-up-Kultur, in der alle Stimmen gehört werden – nicht nur die lauten und dominanten. Unser Verhaltenskodex stellt klare Prinzipien für ethisches und verantwortungsbewusstes Handeln auf und ermutigt Mitarbeitende, Bedenken offen anzusprechen.

Verantwortung beginnt an der Spitze

Und weil eine Kultur der Integrität von oben vorgelebt werden muss, beginnt Compliance an der Spitze. Führungskräfte müssen ihre Verantwortung für integres Geschäftsgebaren erkennen, es vorleben und ihre Kontrollaufgaben ernst nehmen. Denn Vorbilder setzen den Standard. Denn Beispiel bildet. Letztlich gilt daher auch: Keine Regulierung intern wie extern, so gut sie auch sein mag, kann gutes, verantwortungsvolles Management ersetzen.

Integrität entsteht nicht nur durch Regeln und Systeme, sondern durch Menschen, die sie täglich leben. Wir bei Unzer setzen diesen Weg entschlossen fort.