Bafin wertet Exodus bei Private Credit als „wichtigen Warnschuss“

Bafin-Aufseher Nicolas Speer warnt vor Risiken am Markt für Firmendarlehen von Nichtbanken. Die EZB sieht vor allem indirekte Ansteckungsgefahren für europäische Institute.

Frankfurt. Die Risiken am Markt für Private Credit beunruhigen die Bankenaufseher in Europa. „Die Entwicklungen im Private-Credit-Bereich verfolgen wir mit einer gewissen Sorge“, sagte Nikolas Speer, der oberste Bankenaufseher der deutschen Finanzaufsicht Bafin, am Mittwoch auf der Handelsblatt-Tagung Bankenaufsicht.

Der Markt für Unternehmensdarlehen, die nicht von Banken, sondern von privaten Fonds vergeben werden, sei „sehr stark gewachsen“. Die Margen, die dort erzielt werden könnten, sprächen dafür, dass es sich um „tendenziell risikoreiche Engagements“ bei Unternehmen handeln könnte, die bei regulierten Banken „nicht mehr zum Zug“ kämen.

Der Private-Credit-Markt ist in den vergangenen Jahren weltweit auf ein Volumen von rund 1,8 Billionen Dollar gewachsen. Seit einigen Monaten nimmt jedoch das Misstrauen der Investoren gegenüber dieser Anlageklasse zu. Das gilt vor allem für Private-Credit-finanzierte Technologie- und Softwarefirmen. Viele Anleger ziehen mittlerweile Geld aus Private-Credit-Fonds ab. Laut „Financial Times“ sind davon auch Fonds renommierter Anbieter wie BlackstoneBlackrock oder Morgan Stanley betroffen.