Abwärme – Die unterschätzte Chance für eine wirtschaftliche Energiewende.

Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal „Energiewirtschaft“

In Gesprächen mit Führungskräften aus Industrie und Immobilienwirtschaft erlebe ich immer wieder, wie intensiv die aktuellen Herausforderungen diskutiert werden: steigende Energiekosten, die neuen EnEfG-Vorgaben zur Abwärmenutzung und der ambitionierte Weg zur CO₂-Neutralität – alles bei begrenzten Investitionsspielräumen.

Die Aufgaben sind klar: Volatile Preise beherrschen, strengere Regulierungen umsetzen und Emissionen schnell senken. Es gibt eine Vielzahl von Ansätzen – von Luft- und Erdwärmepumpen über Geothermie bis hin zu Biomasse. Alle stehen zu Recht im Mittelpunkt der Energiewende-Debatte.

Abwärme – ungenutztes Potenzial

Ich möchte jedoch bewusst eine Ressource in den Vordergrund rücken, die oft unterschätzt wird: Abwärme. Aus Rechenzentren, Industrieprozessen oder aus dem Abwasser in den Kanälen. Laut Schätzungen des Umweltbundesamts und des BMWK gehen in Deutschland jährlich rund 300 TWh industrieller Abwärme ungenutzt verloren – ein Potenzial, das bei voller Nutzung 10–15 Prozent des Wärmebedarfs decken könnte. In meiner Erfahrung wird diese lokal verfügbare, wetterunabhängige Energie mit kurzen Amortisationszeiten zu einem der wirtschaftlichsten Hebel der Energiewende.

 

Abwärme senkt die Kosten und treibt die Wärmewende voran.

Dr. Thomas StephanblomeCEO, GETEC Germany

 

Abwärme erfolgreich genutzt

Besonders beeindruckend ist für mich das Projekt mit der Technischen Universität München am Campus Garching. Die Höchstleistungsrechner im Leibniz-Rechenzentrum erzeugen riesige Mengen Abwärme, die früher einfach verpufft sind. Hier wird diese Abwärme nun zur Basis einer CO₂-neutralen Wärmeversorgung – ergänzt durch Geothermie, Großwärmepumpen und eine intelligente Steuerung, die günstigen grünen Strom nutzt. Bis 2028 wird der Campus so seine Heizung komplett klimaneutral betreiben, mit einer Einsparung von 30.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Und das Beste: Die Betriebskosten sind niedriger als bei der alten Gaslösung. Dieses Vorhaben zeigt, wie Abwärme nicht nur die Umwelt schont, sondern auch die Wirtschaftlichkeit steigert – ein Modell, das für viele Bildungs- und Forschungsstandorte skalierbar ist.

Ähnlich faszinierend ist das Projekt in der Berliner Siemensstadt Square. Direkt unter dem Gelände fließt Abwasser mit enormem Wärmepotenzial – bis zu 1.000 Liter pro Sekunde. Daraus wird derzeit Europas größter Abwasserwärmetauscher gespeist. Kombiniert mit hocheffizienten Wärmepumpen deckt das System bis zu 85 Prozent des Heiz- und Kühlbedarfs ab, der Rest kommt aus Luftwärmepumpen mit grünem Strom. Allein für die Siemens-Gebäude werden so 1.700 Tonnen CO₂ jährlich eingespart, und der gesamte Standort wird zu 100 Prozent CO₂-neutral versorgt. Ein Beweis, wie lokale Abwärme Kosten senkt, die urbane Wärmewende vorantreibt und Städte wie Berlin resilienter macht.

Ob aus Serverräumen oder Kanalisation – Abwärme ist eine der wirtschaftlichsten Ressourcen der Energiewende. Für Deutschland bedeutet das nicht nur weniger Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, sondern auch eine Stärkung der Industrie und Immobilienwirtschaft in einer globalen Transformation. Es ist an der Zeit, Abwärme als strategischen Hebel zu sehen – für eine nachhaltige, wettbewerbsfähige Zukunft.


www.getec-energyservices.com

GETEC

Foto: © Getec

Das aktuelle Handelsblatt Journal
Dieser Artikel ist im aktuellen Handelsblatt Journal
„Energiewirtschaft“ erschienen. Das vollständige Journal können Sie sich hier kostenlos herunterladen:
Zum Journal