Bei der Werksführung geht es getreu Eurem Motto um die „Zero Emission Reality“ im MAN Werk München. Und das bedeutet zum einen: Seit Juni 2025 parallele Serienfertigung von Diesel-Lkw und elektrischen Trucks auf ein und derselben Linie, in vollintegrierter Mischproduktion. Ist gerade ein Verbrenner an der Reihe, erhält er zu Beginn Achsen, Tanks und Abgasvorrichtungen. Die Elektro-Löwen werden hingegen zuerst mit den beiden Batterien unter dem Fahrerhaus und mit weiteren elektrischen Komponenten versehen, dem sogenannten „Powerpack“. Genau das werden sich die Teilnehmer in Halle F1 im Detail anschauen.
Der Vorteil dieser Mischproduktion ist: Die Produktion von Elektro- oder Diesel-Lkw auf einer Linie ist je nach Marktentwicklung flexibel anpassbar, und die Fahrzeuge können genau in der Reihenfolge der Kundenaufträge gebaut werden. So viel Flexibilität (der MAN eTruck unterscheidet sich in etwa 3.500 Teilen von einem vergleichbaren ICE-Fahrzeug!) erfordert eine bestens qualifizierte Belegschaft – und darum hat MAN in den letzten Jahren mehr als 5.000 Beschäftigte im Bereich der Hochvolttechnologie geschult.
Die Palette an Elektro-Löwen ist heute bereits sehr umfangreich: Sie reicht von 12 bis 50 Tonnen und bildet vom Müllsammler bis hin zum Langstrecken-Truck alles ab. Die so genannte Ultra-Lowliner-Sattelzugmaschine von MAN ist mit ihrer Aufsattelhöhe von nur 950 mm mit 3,75 Meter Radstand einzigartig auf dem Markt. Damit sind auch vollelektrische Transporte mit drei Metern Innenladehöhe möglich.
Zum anderen werden wir während der Werksführung auch die neue Realität des Logistikverkehrs im und zum Werk München erklären, denn der wird schrittweise ebenfalls auf Zero Emission umgestellt. Die so genannte Inbound-Logistik betrifft alles, was MAN von Zulieferern und den eigenen Komponentenwerken an Material bekommt. Aber auch in der Outbound-Logistik, also bei der Auslieferung von fertigen Lkw, kommen verstärkt elektrische Fahrzeuge zum Einsatz – ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Logistik. Unter dem Titel „Electrifying Outbound“ bündelt das Unternehmen Maßnahmen zur Reduzierung von CO₂-Emissionen im Fahrzeugauslieferungsprozess. Dabei setzt MAN auf Innovation, Partnerschaft und klare Ziele. Die Initiative „Electrifying Outbound“ ist Teil der langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie von MAN. Bis 2030 sollen die CO₂-Emissionen im Fahrzeugauslieferungsprozess um 30 Prozent reduziert werden. Neben der Elektrifizierung der letzten Meile und dem Ausbau des Schienennetzes ist auch die Integration weiterer Bereiche wie der Ersatzteillogistik geplant.
Als dritten Punkt wollen wir bei der Werksführung auch einen Blick in die Zukunft werfen und in Halle F4, der Achsproduktion, die Vorbereitungen auf die Produktion der elektrisch angetriebenen Achse (eCAM) zeigen. Mit der eAchse wird künftig ein Antriebskonzept im MAN Produktportfolio etabliert, das durch eine gesteigerte Effizienz und auch einen wesentlich geringeren Bauraumbedarf gegenüber Zentralantrieben überzeugt. Durch die höhere Effizienz können bei gleicher Batteriekapazität größere Reichweiten erzielt werden. Gleichzeitig ermöglicht der verminderte Bauraumbedarf den Verbau weiterer Batterien, die die Reichweite zusätzlich erhöhen.
Es wird während des Rundgangs vier separate Gruppen geben, die von Führungskräften der Produktion jeweils durch die F1 und F4 geführt werden. Aufgrund des Zwei-Schicht-Modells wird die Produktion währenddessen voll in Gang sein.
