Wenn Sicherheitspolitik zur Industriepolitik wird

Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Defense

Für den deutschen Mittelstand öffnet sich im Umfeld der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie ein Markt mit Substanz. Doch neue Nachfrage allein schafft noch kein Geschäft. Wer in diese Lieferketten hinein will, braucht Maschinen, Anlagen und Kapazitäten und damit vor allem eines: finanzielle Handlungsfähigkeit.

Die neue Rüstungsdebatte wird in Deutschland meist politisch geführt. In vielen Unternehmen ist sie längst operativ angekommen. Denn mit den steigenden Verteidigungsausgaben wächst nicht nur der Bedarf an großen Plattformen und Systemen. Es wächst auch der Bedarf in der industriellen Tiefe: bei Zulieferern, Spezialisten, Elektronikern und Maschinenbauern. Für 2026 stehen laut Bundesregierung rund 82,7 Milliarden Euro im Kernhaushalt des Verteidigungsministeriums bereit; zusammen mit dem Sondervermögen sind es mehr als 108 Milliarden Euro. Bis 2029 sollen die Ausgaben laut Finanzplanung auf rund 152 Milliarden Euro steigen.

Reale Chancen für den Mittelstand

Dass dieser Markt längst im Mittelstand ankommt, zeigte eine Sonderumfrage der DIHK von Ende April. Demnach sieht jedes dritte Industrieunternehmen Chancen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Bereits 17 % der Industrieunternehmen sind heute Teil der entsprechenden Wertschöpfungskette. Besonders hoch ist der Anteil in investitionsnahen Bereichen: Im Fahrzeugbau liegt er bei 36 %, in der Elektrotechnik und im Maschinenbau bei 25 %.

Aber auch klassische Vorleistungsbereiche wie die Metallerzeugung und -bearbeitung wiesen mit rund 30 % einen überdurchschnittlich hohen Zulieferanteil auf. Selbst im Textilgewerbe zeigte sich mit 27 % eine überraschend starke Einbindung, etwa bei Spezial- und Schutztextilien. Ein ist ein Indiz dafür, dass sich hier ein industrieller Wachstumsraum formiert.

Für viele Mittelständler ist das eine seltene Ausgangslage. Sie bringen genau das mit, was in anspruchsvollen Lieferketten zählt: Spezialisierung, Präzision, Flexibilität, kurze Entscheidungswege. Nur: Diese Stärken allein reichen nicht. Die Eintrittskarte in diesen Markt ist nicht das technologische Profil, sondern die belastbare Lieferfähigkeit. Wer Aufträge gewinnen will, muss Qualität sichern, Kapazitäten darstellen, Prozesse stabil halten und Termine einhalten. Chancen werden erst dann zu Geschäft, wenn sie sich auf dem Hallenboden abbilden lassen.

Investitionsfinanzierung als strategischer Faktor

Genau dort liegt die Hürde. Die DIHK spricht ausdrücklich von „hohen technischen und regulativen Einstiegshürden“. Übersetzt heißt das: Wer in dieses Geschäft hineinwachsen will, muss investieren – in Maschinen, in Anlagen, in modernere Fertigung, oft auch in zusätzliche Kapazitäten. Und zwar nicht irgendwann, sondern früh genug. Wer wartet, bis Nachfrage und Auftragslage vollständig sichtbar sind, riskiert, dass andere schneller skalieren.

Das Problem ist nur: Investieren ist derzeit leichter gefordert als finanziert. Die Deloitte CFO Survey Frühjahr 2026 beschreibt ein Umfeld geprägt von schwacher Nachfrage, geopolitischen Risiken sowie steigenden Energie-, Rohstoff- und Lohnkosten. Gleichzeitig zeigen die Ergebnisse, dass Unternehmen trotz des hohen Kostendrucks weiter in Wachstum und Effizienz investieren müssen. Präziser lässt sich das Dilemma kaum beschreiben: Unternehmen müssen ihre Produktionsbasis stärken und zugleich diszipliniert mit Kapital umgehen.

Hinzu kommt, dass Geld wieder einen Preis hat. Laut KPMG liegen die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC) branchenübergreifend bei 8,5 %; im Bereich Industrial Manufacturing sogar bei 9,4 %. Wer heute Maschinen und Anlagen aufbaut, muss also nicht nur technologisch richtig liegen, sondern auch finanziell sauber kalkulieren.

Leasing – eine Frage der Positionierung

An diesem Punkt gewinnt Leasing an Bedeutung. Nicht als Vertriebsfloskel, sondern als industrielles Werkzeug. Denn wer in neue Märkte hineinwachsen will, muss häufig investieren, bevor Umsatz und Auslastung vollständig nachgezogen haben. Leasing kann diese Vorleistung erleichtern: ohne hohe Einmalbelastung, mit kalkulierbaren Raten und mit mehr Spielraum für Personal, Material und weitere Expansion. In einem Markt, der sich gerade neu sortiert, ist das mehr als ein Finanzierungsdetail. Es ist eine Frage der Positionierung. Die eigentliche Verschiebung lautet deshalb: Nicht nur technische Exzellenz entscheidet, sondern finanzielle Handlungsfähigkeit. Der Mittelstand hat in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie reale Chancen. Nutzen wird sie aber vor allem, wer seine Stärken rechtzeitig in Produktionskapazität übersetzt. Oder anders gesagt: Nicht die erkannte Chance schafft den Vorsprung, sondern die finanzierte Lieferfähigkeit.

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Unternehmen müssen ihre Produktionsbasis stärken und zugleich diszipliniert mit Kapital umgehen.

Dieter BehrensMitglied der Geschäftsleitung Deutsche Leasing AG, Geschäftsfeld Sparkassen und Mittelstand
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