Wasser als Motor: Warum Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft zusammengehören

Was einmal Öl für die Wirtschaft bedeutet hat, ist heute Wasser. Es ist in nahezu jede industrielle Wertschöpfungskette eingebettet: In der Landwirtschaft, in der Lebensmittelproduktion, als Kühlmittel in der Fertigung oder als Prozesswasser in der Chemie- und Pharmaindustrie. Selbst Rechenzentren sind in der Regel wassergekühlt. Nur wer stabilen Zugang zu sauberem Wasser hat, kann produzieren, exportieren, wachsen. Wer ihn verliert – sei es durch Krieg oder Klimawandel – verliert die Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung. Für viele Länder des Globalen Südens ist der Zugang zu sauberem Wasser daher eine Entwicklungsfrage: Wo Wasser zuverlässig verfügbar ist, entstehen Arbeitsplätze, höheres Einkommen und lokale Wertschöpfung. Gleichzeitig gewinnen diese Länder zunehmend an Bedeutung als Partner in globalen Wertschöpfungsketten und als Absatzmärkte – auch für deutsche Unternehmen eröffnet das Chancen. Entwicklungszusammenarbeit kann hier zum Hebel werden.

Keine Wasserinfrastruktur – keine Wertschöpfung

Die Zerstörung von Wasserwerken, Pumpstationen und Leitungsnetzen ist in Krisen- und Kriegsgebieten wie der Ukraine keine Unbekannte. Das geht über die reine Versorgung der Menschen mit Trinkwasser hinaus. Daher ist der Wiederaufbau der Wasserinfrastruktur vor Ort weit mehr als humanitäre Nothilfe. Er ist Voraussetzung dafür, dass wirtschaftliche Aktivität überhaupt wieder möglich wird. Ähnliches gilt für die durch den jahrelangen Bürgerkrieg beschädigte Wasserinfrastruktur in Syrien.

Der anstehende Wiederaufbau bietet jedoch die Chance, Infrastruktur grundlegend zu modernisieren: effizienter, resilienter, klimaangepasst. Neue Technologien – von solarbetriebener Wasseraufbereitung bis zu digitalen Steuerungssystemen – werden im besten Fall direkt integriert. An dieser Stelle kommen deutsche Unternehmen ins Spiel, die solche Lösungen anbieten. Wer jetzt investiert, positioniert sich in Märkten, die Wachstumspotenzial aufweisen.

Marktchancen nutzen mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung

Märkte und Marktchancen zu erkennen ist eine Sache. Sie zu nutzen eine andere. Das gilt vor allem in Regionen, die von Instabilität, fehlenden Standards und schwachen regulatorischen Rahmenbedingungen geprägt sind. Genau hier setzt die Arbeit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung (AWE) an.

Die AWE arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und verbindet Innovationskraft und Technologiekompetenz deutscher Unternehmen mit dem Netzwerk, dem Länderwissen und den Instrumenten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Als zentrale Anlaufstelle für die deutsche und europäische Wirtschaft berät sie Unternehmen zu Förderung, Finanzierung sowie Projektentwicklung und stellt weltweit Kontakte her. Ziel ist es, Projekte zu ermöglichen, die wirtschaftliche Chancen eröffnen und gleichzeitig Entwicklungsziele unterstützen. Hinter diesem Angebot stehen mit der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und DEG Impulse zwei Organisationen, die komplementäre Stärken einbringen: die GIZ mit ihrer weltweiten Präsenz und ihrem entwicklungspolitischen Know-how, und DEG Impulse mit ihrer Erfahrung an der Schnittstelle von Privatwirtschaft, Finanzierung und nachhaltigen Investitionen. So öffnet die AWE Türen zu Märkten und Ländern, die ohne dieses

Netzwerk schwer zugänglich sind– ob in der Ukraine und Syrien beim Wiederaufbau, oder bei anderen Infrastrukturvorhaben in Schwellen- und Entwicklungsländern weltweit.