Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Government Technology
Künstliche Intelligenz gilt vielen als Gefahr für die Demokratie: Deepfakes und Desinformation. Doch Technologien waren schon immer beides: Risiko und Chance. Entscheidend ist, wofür wir sie einsetzen.
Am 12. März 1933, mitten in der Bankenkrise, setzte sich Franklin D. Roosevelt an den Kamin im Weißen Haus und sprach über das Radio – damals so neu und umstritten wie heute KI – direkt zu den amerikanischen Bürgerinnen und Bürgern. Nicht in einer formellen Ansprache, sondern wie ein Gespräch am Kamin. Rund 60 Millionen Menschen hörten zu. Die „Fireside Chats“: eine neue, noch einseitige Form politischer Kommunikation – und doch vertrauensstiftend.
Später kamen Fernsehen und soziale Medien. Heute können alle senden – doch oft hört niemand zu. Echte Gespräche auf Augenhöhe? Selten.
Was wäre, wenn wir KI nutzen, um wieder zuzuhören?
In den Dienst des Dialogs gestellt, kann KI demokratischen Austausch stärken – nicht ersetzen. Sie skaliert das Zuhören, nicht das Entscheiden: Bürger:innenforen, Stakeholderdialoge oder Co-Kreations-Werkstätten, vor Ort oder online, anonymisiert transkribieren, Argumente strukturieren, Stimmen sichtbar machen. Im Kreis Siegen-Wittgenstein wird das bereits erprobt: Zehn Bürger:innenkonferenzen, hunderte Teilnehmende, jede Stimme dokumentiert. Das Feedback: „Zum ersten Mal wirklich gehört.“
Roosevelt nutzte das Radio für die Demokratie. Die Frage ist: Nutzen wir KI ebenso klug?
Foto: © Joris Felix
