Thermalspeicher: Wirtschaftlich zur Dekarbonisierung der Chemieindustrie

Die Chemie- und Kunststoffindustrie steht vor der Herausforderung, ihren beträchtlichen Energiebedarf umweltfreundlicher zu decken. Derzeit dominieren fossile Brennstoffe wie Öl und Gas die Energieversorgung, was nicht nur ökologische, sondern auch betriebswirtschaftliche Risiken birgt.

Rund 80 Prozent des Energiebedarfs der chemischen Industrie in Deutschland stammen aus fossilen Quellen. Zudem ist die chemische Industrie der größte Verbraucher von Prozesswärme, die in Deutschland größtenteils noch nicht dekarbonisiert eingesetzt wird. Dies trägt erheblich zu den CO2-Emissionen der Branche bei, die etwa ein Viertel der deutschen Gesamtemissionen ausmachen. Erneuerbare Energien machen aktuell einen vergleichsweise geringen Anteil von knapp fünf Prozent aus. Vor allem Prozesswärme und Prozessdampf bergen hier noch beträchtliches Potenzial für Einsparungen. Eine unumgängliche Maßnahme in diesem Kontext besteht darin, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Angesichts der natürlichen Schwankungen bei erneuerbaren Energien ist es jedoch erforderlich, die kontinuierliche Energieversorgung sicherzustellen.

Die Elektrifizierung der Wärme- und Dampfproduktion kann den Bedarf an fossilen Energien deutlich reduzieren. Doch ohne Speicherung ist die Produktion auf Tageszeiten begrenzt. Thermische Speicher ermöglichen die Speicherung von nicht bedarfsgerecht erzeugter Energie, wodurch eine kontinuierliche Dampferzeugung und damit eine echte Dekarbonisierung ermöglicht wird. Zusätzlich können thermische Speicher ungenutzte Potenziale bei der Abwärme beheben. Die Rückgewinnung und Speicherung von Überschusswärme ermöglichen ein effizientes Prozesswärme-Recycling, was die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen weiter verringert und gleichzeitig Energiekosten sowie Emissionen einspart.

Thermische Speicher bieten dabei nicht nur ökologische, sondern auch betriebswirtschaftliche Vorteile. Die Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern macht die Industrie insgesamt resilienter und wettbewerbsfähiger, da geopolitische Risiken minimiert und die Energieversorgung sicherer gestaltet werden. Zudem können thermische Speicher schnell implementiert, regional produziert und je nach Bedarf skaliert werden. Durch die Implementierung von Speicherlösungen können vergleichsweise günstige und dezentrale erneuerbare Energien integriert werden und Versorgungs- und Kostensicherheit langfristig gewährleistet werden.

Wärmespeicher sind nicht nur ein Mittel zur Dekarbonisierung, sondern können ein zentrales Instrument für einen nachhaltigen, wirtschaftlichen Wandel in der Chemie- und Kunststoffindustrie bieten. Ihre Verfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit und die Möglichkeit zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen machen sie zu einem unverzichtbaren Baustein für die Zukunft der Industrie. Durch die konsequente Implementierung dieser Technologie können Unternehmen nicht nur ihren ökologischen Fußabdruck verringern, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig betriebswirtschaftliche Risiken minimieren.

Über ENERGYNEST

ENERGYNEST bietet ein flexibles und kosteneffizientes thermisches Energiespeichersystem (TES) für Kunden aus den Bereichen Stromerzeugung, energieintensive Fertigung und erneuerbare Energien. Die thermischen Batterielösungen dekarbonisieren die Energieversorgung durch die Elektrifizierung industrieller Wärme und durch die Rückgewinnung und Wiederverwendung von Abwärme in Energie nach Bedarf. ENERGYNEST bietet auch groß angelegte Energiespeicher für solarthermische und andere emissionsfreie Kraftwerke. Das 2011 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Billingstad und Büros in Hamburg, Sevilla und Rotterdam wurde von Mission Innovation auf Platz 3 der Global TOP100 Carbon Reducing Innovations gewählt.

Über Christian Thiel

Christian Thiel ist seit 2014 CEO von ENERGYNEST und seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Industrie, Innovation und Energie tätig. Er bekleidete Führungspositionen bei Senvion (ehemals REpower), McKinsey, der UBS Investment Bank und arbeitete als Projektmanager bei der BMW Group. Der Diplombetriebswirt hält einen Doktortitel in Marketing und war im Rahmen seiner Dissertation Gastwissenschaftler an der Harvard Business School und der Kellogg School of Management.