Sven Weizenegger, Leiter – Cyber Innovation Hub der Bundeswehr

Welche Herausforderung im Bereich Digitalisierung von Staat und Verwaltung müssen wir jetzt angehen und was sind die nächsten Schritte?

Angesichts eines zunehmend volatilen sicherheitspolitischen Umfelds ist es strategisch entscheidend, digitale Verteidigungsinnovationen zu beschleunigen. Die aktuellen Beschaffungsprozesse sind zu langsam und unflexibel angesichts der immer kürzer werdenden softwarebasierten Entwicklungszyklen. Stattdessen ist eine innovationsgetriebene Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft notwendig, orientiert an operativen Bedürfnissen. Die Innovationsherausforderung im öffentlichen Sektor besteht darin, Innovation in engen gesetzlichen und politischen Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Transparente Zugänge, strukturierte Erprobungsverfahren und frühes Nutzerfeedback können helfen, die Innovationskraft auch im Verteidigungsbereich zu entfalten. Als Nebeneffekt gewinnen erfolgreiche Start-ups dadurch ein „Gütesiegel“ institutioneller Belastbarkeit.

Was meinen Sie, wie sehen Staat und Verwaltung in 5 oder 10 Jahren aus?

/

Was möchten Sie den Teilnehmern des Gipfels als Message mit auf den Weg geben?

Deutschland kann sich in Zeiten geopolitischer Fragmentierung nicht auf ausländische Technologien verlassen. Innovative Start-ups und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) müssen stärker eingebunden werden. Der CIHBw bietet dafür einen Rahmen, die Expertise und den institutionellen Zugang zur Bundeswehr: frühe Tests und schnelles Nutzer-Feedback. Beide Seiten – Staat und Wirtschaft – müssen sich neuen Realitäten beugen: Mehr Offenheit für Risiko auf der einen, mehr Verständnis für die Verantwortung der Verteidigung auf der anderen Seite. Co-Entwicklung ist nicht schneller, weil sie Abkürzungen nimmt, sondern weil sie schneller die richtigen Lösungen liefert.