Ressourcen sparen mit KI: Learnings aus drei Unternehmen

Mit Künstlicher Intelligenz (KI) können Unternehmen Ressourcen effizienter nutzen, Prozesse optimieren und ihre Kreislauffähigkeit steigern. Wir stellen drei erfolgreiche Beispiele vor, die mit dem Green AI Hub des Bundesumweltministeriums KI-Pilotprojekte umgesetzt haben.

KI bietet einen spürbaren Mehrwert für Unternehmen, die bereit sind, sie gezielt für mehr Ressourceneffizienz und zirkuläres Wirtschaften einzusetzen. Bereits kleine, praxisnahe Anwendungen haben große Wirkung, selbst mit überschaubarem Aufwand. Gerade dort, wo bereits viel optimiert wird, wie im produzierenden Gewerbe, lässt sich viel bewirken, wie diese Beispiele aus dem Green AI Hub zeigen:

Kalzip: KI für komplexe Statikberechnungen
Die Kalzip GmbH stellt Aluminiumdachsysteme her. Deren Statik zu berechnen ist komplex. Doch je genauer dies geschieht, desto mehr Einsparpotenzial ergibt sich. Dafür setzt das Unternehmen nun auf KI. Sie liefert Berechnungsbeispiele zur Statik oder schon exakte Lösungen. Kern ist ein digitaler Zwilling, gefüttert mit Produktdaten. Dadurch, dass KI die Berechnungen schnell und automatisiert anbieten kann, spart das Unternehmen nun Zeit und setzt weniger Material ein.

Bei Kalzip reduziert KI den Aluminiumverbrauch für die Dachsystem signifikant
Bildquelle: ZUG/Georg Knoll

GROUP SCHUMACHER: Materialbedarf im Voraus planen
Weniger Material verbrauchen wollte auch die GROUP SCHUMACHER aus Rheinland-Pfalz. Der Global Player im Bereich Landtechnik entwickelt, produziert und vertreibt Komponenten und Verschleißteile für Erntemaschinen. Das vielfältige Produktsortiment führt zu langen Planungszeiten für die Beschaffung von Rohmaterial. Die Lösung ist eine KI-Anwendung, die zum einen historische Lieferdaten und zum anderen den aktuellen Auftragsbestand nutzt. Damit wurden verschiedene Modelle trainiert und mit der tatsächlichen Auftragslage abgeglichen. So konnte das Unternehmen die Produktionsplanung und die Materialbeschaffung deutlich optimieren.

GROUP SCHUMACHER setzt erfolgreich KI in der Bedarfsplanung ein
Bildquelle: ZUG/Georg Knoll

Heismann Drehtechnik: Sensordaten optimal nutzen
Um Präzision im nicht mehr mit menschlichem Auge sichtbaren Bereich geht es bei Heismann Drehtechnik. In den Maschinen entstehen bei hohen Temperaturen und hohen Taktungen leider immer auch Fehler. KI wertet nun die Daten aus den Maschinen aus und berechnet den Zustand der Drehtechnikwerkzeuge. Schäden werden frühzeitig erkannt und Ressourcen gespart. Mittlerweile hat das Unternehmen auch bereits ein weiteren KI-projekt gestartet.

Bei Heismann wertet KI die Sensordaten der Maschinen sinnvoll aus
Bildquelle: ZUG/Jan Zappner

Unternehmen profitieren von KI
Insgesamt 20 Unternehmen haben bisher mit dem Green AI Hub KI-Lösungen entwickelt. Sie reduzierten dabei auf ein Jahr gerechnet bis zu 15 Prozent ihres Material-Footprints und bis zu 16 Prozent ihres Carbon-Footprints. Das schont nicht nur die Umwelt, die Unternehmen sparen auch Geld und bauen eigenes KI-Wissen auf. Drei Viertel der beteiligten Unternehmen rechnen mit einem Return on Investment von zwei bis drei Jahren. Sie profitieren dabei von der niedrigschwelligen Struktur des Green AI Hub. Die KI-Lösungen werden in nur sechs Monaten entwickelt und umgesetzt. Zwei KI-Entwickler*innen arbeiten dazu direkt vor Ort mit den Firmen zusammen. Die Anwendungen stehen Open Source zur Verfügung.