KI als Effizienztreiber im Dokumentenmanagement der Energiebranche

In der Energiewirtschaft stehen grundlegende Veränderungen an, bei denen künstliche Intelligenz ein entscheidender Faktor wird. Doch trotz hoher Investitionsbereitschaft setzen viele Unternehmen KI, insbesondere im Dokumentenmanagement, noch nicht produktiv ein. Dabei lassen sich heute schon messbare Effizienzgewinne erzielen.

Die Herausforderung

Der Energiesektor befindet sich in einer tiefgreifenden Transformation: Große Infrastrukturprojekte, wachsende Volumina und zunehmende regulatorische Anforderungen erzeugen kontinuierlich riesige Datenmengen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Effizienz, Transparenz und schnelle Entscheidungsprozesse. Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten und schafft die Grundlage für messbare Erfolge.

Zwischen Investitionsdrang und Realität

Einer aktuellen Studie von KPMG zufolge sehen 93 % der Unternehmen der deutschen Energiewirtschaft einen bedeutenden Einfluss von KI. 77 % planen, ihre Investitionen in den nächsten zwölf Monaten zu verstärken. Trotz hoher Investitionsbereitschaft bestehen Schwierigkeiten, konkrete Anwendungsfälle mit messbarem Nutzen zu identifizieren – besonders im Umgang mit technischen Dokumenten und projektbezogenen Informationen. Zwischen dem Anspruch auf Innovation und der praktischen Umsetzung entsteht häufig eine Lücke. Viele Firmen verharren noch in Planungs- und Diskussionsphasen, statt die Technologie wertschöpfend einzusetzen.

Dokumentenmanagement als Schlüssel für Effizienz

Im Anlagenbau, Netzbetrieb oder bei Kraftwerken liegen Informationen oft verstreut in unterschiedlichen Systemen. Die Bearbeitung erfolgt noch überwiegend manuell. Medienbrüche, unklare Zuständigkeiten und zeitaufwendige Recherchen bremsen Prozesse.

Hier setzen KI-gestützte Dokumentenmanagementsysteme an: Sie kombinieren intelligente Datenverarbeitung und Prozesssteuerung mit Agentic AI, sodass Aufgaben auf Basis aktueller Informationen und klar definierter Ziele erledigt werden. Dies entlastet Mitarbeitende, beschleunigt Abläufe und schafft Raum für strategische Tätigkeiten.

Vier praxisnahe Anwendungsfelder

  1. Proaktives Informationsmanagement: Die KI erkennt proaktiv geschäftsrelevante Zusammenhänge in Zeichnungen, Stücklisten und Dokumenten, stellt Zusatzinformationen kontextbezogen bereit und liefert gezielt die Ergebnisse, die Entscheidungen vorantreiben.
  2. 360-Grad-Sichten auf Projekte und Assets: Ob Projekte, Verträge oder technische Komponenten: Die KI erstellt automatisch umfassende 360-Grad-Sichten aus unterschiedlichsten Datenquellen. Mit nur einem Klick navigiert das System durch verknüpfte Inhalte – und listet die benötigten Informationen auf.
  3. Dialog mit Dokumenten: Große Dokumentensammlungen durchsucht die KI anhand natürlicher Sprache, sodass beispielsweise Service- und Instandhaltungsteams schnell Antworten auf ihre Fragen erhalten.
  4. Automatisierte Befüllung von Formularen und Fragebögen: KI extrahiert Informationen aus Zeichnungen, Ausschreibungen oder Bestellunterlagen und beantwortet Fragen sowie Anforderungskataloge automatisch.

Vom Experiment zur Wertschöpfung

Effiziente KI-Anwendungen beginnen bei alltäglichen Prozessen, nicht bei visionären Zukunftsszenarien. Unternehmen realisieren im Dokumentenmanagement schnell messbare Effizienzgewinne. Für die Energiebranche bietet dies die Chance, den Schritt vom Datenchaos zu einer nachhaltigen, KI-gestützten Wertschöpfung konsequent zu vollziehen.