Interview mit John Eisenhauer, MHP 

Welche Herausforderungen im Bereich Digitalisierung von Staat und Verwaltung müssen wir jetzt angehen und was sind die nächsten Schritte? 

Noch immer prägt ein analoges Denkmuster viele Abläufe – ein Ansatz, der nicht mehr zeitgemäß ist. Um diese Muster nachhaltig aufzubrechen, braucht es sowohl organisatorische als auch technologische Modernisierung. Besonders dringlich ist es, Verwaltungsprozesse neu zu denken und konsequent in automatisierte, digitale Workflows zu überführen. Gleichzeitig bilden sichere und souveräne Daten die Grundlage für effizientes Verwaltungshandeln. Ebenso essenziell sind robuste digitale Infrastrukturen, die auch im Ernstfall zuverlässig funktionieren und resilient gestaltet sind. 

Die nächsten Schritte liegen hierbei klar auf der Hand: Es gilt, Zielbilder zu entwickeln, die organisatorische und technische Modernisierung gemeinsam denken. Weiterhin müssen souveräne Cloud- und Datenplattformen etabliert werden, um Sicherheit, DSGVO-Konformität, Skalierbarkeit und eine echte Ende-zu-Ende-Digitalisierung zu ermöglichen. Damit Digitalisierung jedoch nicht nur eingeführt, sondern im Verwaltungsalltag tatsächlich gelebt wird, ist es notwendig, Mitarbeitende nachhaltig zu befähigen und mitzunehmen. 

Was meinen Sie, wie sehen Staat und Verwaltung in 5 oder 10 Jahren aus? 

Wenn wir den Wandel nicht entschlossen vorantreiben, wird es zunehmend problematisch. Der grundlegende Verwaltungsaufwand wird in Zukunft nicht geringer werden. Gleichzeitig schränken fragmentierte ITStrukturen, langsame Prozesse und ineffiziente Abläufe den Staat in seiner Handlungsfähigkeit ein. Es gilt daher, entschlossen zu handeln. 

Umso wichtiger ist es, die Digitalisierung konsequent voranzutreiben und die notwendigen Schritte ohne Verzögerung umzusetzen. Eine modern aufgestellte Verwaltung kann deutlich schneller, datengetriebener und resilienter agieren. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen sollten Verwaltungsleistungen weitgehend digital, medienbruchfrei und nutzerorientiert in Anspruch nehmen können – so, wie sie es heute zu Recht erwarten. 

Was möchten Sie den Teilnehmern des Gipfels als Message mit auf den Weg geben? 

Digitalisierung darf nicht nur als ITProjekt verstanden werden, sondern muss als ganzheitliche Aufgabe begriffen werden. Staat und Wirtschaft müssen partnerschaftlich an den bestehenden Herausforderungen arbeiten und diese gemeinsam lösen. Die gute Nachricht: Die technologischen, organisatorischen und regulatorischen Voraussetzungen sind vorhanden. Jetzt kommt es auf Mut, Konsequenz und gemeinsames Handeln an – über Ressort und Ebenengrenzen hinweg. Der richtige Zeitpunkt, den digitalen Staat nicht nur zu planen, sondern konsequent umzusetzen, ist jetzt.