Welche Herausforderung im Bereich Digitalisierung von Staat und Verwaltung müssen wir jetzt angehen und was sind die nächsten Schritte?
Die wesentliche Herausforderung besteht darin, föderale Vielfalt und digitale Wirksamkeit miteinander zu verbinden. Zentralisierung bedeutet dabei nicht, dass der Bund alles übernimmt, sondern dass arbeitsteilige Kooperation organisiert wird: Einzelne Länder, die FITKO oder der Bund übernehmen Aufgaben für die Republik im Sinne des „Einer für alle (EfA)“-Ansatzes, während verbindliche Architekturvorgaben föderal vorgegeben und hoheitliche Basisfunktionalitäten seitens des Bundes bereitgestellt werden. Eine maßgeblicher Orientierungsrahmen hierfür ist auch die Föderale Digitalstrategie des IT-Planungsrats samt strategischer Portfoliosteuerung und dem Ausbau gemeinsamer Infrastrukturen.
Was meinen Sie, wie sehen Staat und Verwaltung in 5 oder 10 Jahren aus?
Wünschenswert ist, dass Verwaltung bis dahin als Government-as-a-Service funktioniert: digital, interoperabel und föderal anschlussfähig. Zentrale Basisfunktionalitäten – etwa Cloud-Infrastrukturen, Register und Standards – werden gemeinschaftlich genutzt, während Länder und Kommunen Leistungen weiterhin bürgernah erbringen. Der Optimismus ist begründet, denn zentrale Grundlagen werden bereits vom IT-Planungsrat, der FITKO und den föderalen Stakeholdern mit Hochdruck vorangebracht, so zum Beispiel der Marktplatz Deutschland Digital, der in Verbindung mit dem Marktplatz des Bundes Vergabe und Beschaffung kuratierter IT-Services für Kommunen deutlich erleichtern wird.
Was möchten Sie den Teilnehmern des Gipfels als Message mit auf den Weg geben?
Staatsdigitalisierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe und sie entscheidet über die Handlungsfähigkeit der Verwaltung als Betriebssystem unserer Gesellschaft. Neben Bund, Ländern und Kommunen sind auch Wirtschaft und IT-Dienstleister wichtige Partner, wenn es darum geht, tragfähige, skalierbare und souveräne digitale Lösungen zu entwickeln. Entscheidend sind dabei mehr Verbindlichkeit in der Zusammenarbeit und der Mut, strategisch zu priorisieren.