Graphitelektroden: Warum Dumpingpreise die Beschaffung gefährden

Nie waren Graphitelektroden so billig wie heute. Was Einkäufer in der Elektro-Stahlerzeugung kurzfristig entlastet, birgt erhebliche Risiken. Kein europäischer Hersteller von UHP-Graphitelektroden arbeitet derzeit noch profitabel. Der Markt steht vor einem tiefgreifenden Umbruch.

In den vergangenen Jahren sind die Produktionskapazitäten in Europa bereits um mehr als 30 Prozent gesunken. Heute fertigen nur noch drei Unternehmen Graphitelektroden auf dem Kontinent. Das ist hochriskant. Denn die steigende Nachfrage wird zunehmend aus dem asiatischen Raum gedeckt. Welche Auswirkungen es haben kann, wenn in Zeiten von Pandemien, geopolitischen Krisen und Konflikten wesentliche Komponenten nicht mehr in Europa produziert werden, haben in den letzten Jahren mehrere Branchen schmerzlich erfahren. Nun drohen ähnliche Folgen für die Stahlindustrie.

Graphitelektroden machen nur einen vergleichsweise kleinen Teil der Kosten bei der Herstellung von grünem Stahl aus. Viele Entscheider unterschätzen deshalb ihre strategische Bedeutung. Doch ohne Graphitelektroden stehen die Anlagen still.

Um es deutlich zu sagen: Der verlässliche Zugang der europäischen Industrie zu Graphitelektroden ist entscheidend für den nachhaltigen Ausbau der Erzeugung von grünem Stahl und aller nachgelagerten Industrien. Graphitelektroden sind damit der Game Changer für das Erreichen der Klimaziele und letztlich für den Erhalt zigtausender Arbeitsplätze.

Wie die europäische Graphitelektrodenindustrie die supply-chain sichert, erfahren Sie in Teil 2.