Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Sicherheit und Verteidigung
Deutschlands Herausforderung im Verteidigungssektor ist weniger ein Beschaffungs- als ein Verfügbarkeitsproblem. In der aktuellen sicherheitspolitischen Lage wird viel über Budgets und Stückzahlen gesprochen. In der operativen Realität militärischer Flotten zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Entscheidend ist nicht nur der Zugang zu Material, sondern auch die Fähigkeit, vorhandene Systeme dauerhaft einsatzbereit zu halten.
Steigende Einsatzanforderungen treffen auf Instandhaltungs- und Logistiksysteme, die historisch auf Stabilität und Planbarkeit ausgelegt wurden. Die Folge sind lange Durchlaufzeiten, geringe Prognosefähigkeit und eine Verfügbarkeit, die trotz hoher Investitionen hinter den Erwartungen zurückbleibt. Entscheidend ist daher nicht nur, wie viel investiert wird, sondern ob das System diese Investitionen überhaupt in Einsatzbereitschaft übersetzen kann.
Warum klassische Optimierung nicht ausreicht
In der Praxis wird häufig mit Prozessoptimierung reagiert: Abläufe werden gestrafft, Kapazitäten erweitert, Projekte neu aufgesetzt. Diese Maßnahmen sind notwendig, greifen jedoch zu kurz, wenn die zugrunde liegende Systemlogik unverändert bleibt. In hochregulierten Umfeldern wirken technische Komplexität, Variantenvielfalt, Prüfregime und Lieferketten gleichzeitig. Werden diese Ebenen nicht gemeinsam gedacht, entstehen strukturelle Reibungsverluste – unabhängig von der Qualität einzelner Prozesse.
Verfügbarkeitsarchitektur als entscheidender Hebel
Was häufig fehlt, ist eine bewusste Verfügbarkeitsarchitektur. Kein weiteres Projekt, sondern die gezielte Gestaltung der Kopplung zwischen Technik, Regulatorik, Materialfluss und Entscheidungslogik. Verfügbarkeit wird planbar, weil sie nicht länger vom Zufall einzelner Komponenten abhängt. Austauschbarkeit, klare Identitätslogiken und integrierte Steuerungsmodelle entkoppeln Einsatzbereitschaft von individuellen Engpässen.
Regulatorische Rahmenbedingungen sind dabei kein Störfaktor, sondern Teil des Systems. Preisrecht, Prüfanforderungen und Beistelllogiken müssen so eingebettet werden, dass sie Qualität sichern, ohne den operativen Fluss zu blockieren.
Damit wird Verfügbarkeit zu einer Führungsaufgabe. Sie ist keine rein technische Kennzahl mehr, sondern Ausdruck systemischer Steuerungsfähigkeit. Führung bedeutet in diesem Kontext, Systeme so zu gestalten, dass sie unter realen Bedingungen wirksam bleiben.
Einsatzbereitschaft entsteht nicht am Ende der Werkbank, sondern in der Architektur des Gesamtsystems.