Tempo ist die neue Währung

Advertorial Artikel aus dem Handelsblatt Journal Sicherheit und Verteidigung

Der Krieg in der Ukraine führt Europa unmissverständlich vor Augen, dass militärische Überlegenheit nicht länger durch Größe oder Komplexität bestimmt wird, sondern durch Tempo und Masse. Gleich zu Beginn des Krieges zeigte sich, wie binnen Wochen zivile Drohnen zu hochwirksamen Präzisionswaffen wurden. Vier Jahre später sind sie es immer noch, weil die Ukrainer sie in kurzen Zyklen an reale Einsatzbedingungen anpassen. Entscheidend ist nicht mehr das vermeintlich fortschrittlichste System, sondern jenes, dessen Innovationsschleifen schneller schließen als die des Gegners. Diese Realität zwingt auch Deutschland zu einer neuen Form der Beschaffung.

Gemeinsam entwickeln, schneller lernen

Deutschland braucht einen echten Kulturwandel, der Industrie und Bundeswehr in eine gemeinsame, iterative Entwicklung bringt. Neue Systeme dürfen nicht länger im industriellen Vakuum entstehen, sondern müssen frühzeitig mit Erfahrungswissen der Streitkräfte abgeglichen werden. Nur wenn Feedback aus dem Einsatzraum Teil des Entwicklungsprozesses wird, entstehen Produkte, die ab dem ersten Tag den heutigen Anforderungen entsprechen. Experimentalserien und neue Innovationsformate der Bundeswehr zeigen, dass diese Zusammenarbeit möglich ist. Jetzt gilt es, diese Agilität dauerhaft im Beschaffungswesen zu verankern.

Das Bessere ist der Feind des Einsatzfähigen

Schnelle, iterative Beschaffung verlangt zugleich einen neuen Pragmatismus. In einer Welt, in der sich Bedrohungen schneller verändern als klassische Beschaffungsprozesse, wird die Jagd nach der Goldrandlösung selbst zum Risiko. Jedes Jahr Verzögerung schafft operative Lücken und schwächt Abschreckung. Europa braucht deshalb eine klare Leitlinie: Systeme müssen in Dienst gestellt werden, sobald sie ihre Kernfunktion verlässlich erfüllen. Alles, was darüber hinausgeht, folgt anschließend über Software-Updates und modulare Verbesserungen im laufenden Betrieb. Perfektion vor Verfügbarkeit zu stellen, bedeutet im Ergebnis Selbstentwaffnung. Wer Verteidigungsfähigkeit ernst meint, muss Geschwindigkeit zum zentralen Beschaffungsprinzip machen.


stark-defence.com

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