Künstliche Intelligenz ist mehr als nur Spielerei – sie ist der Motor der Transformation in der Stahlindustrie. In dieser Blogreihe zeigt Accenture, wie Data & AI enorme Optimierungs- und Effizienzpotenziale freisetzen. Zum Auftakt beleuchten wir zunächst die generellen Herausforderungen und Maßnahmen zur nachhaltigen Stahlproduktion.
VON GRAU ZU GRÜN: DER WEG ZU EINER WETTBEWERBSFÄHIGEN GRÜNEN STAHLINDUSTRIE
Die Stahlindustrie steht vor einem bedeutenden Wandel. Mit dem steigenden Druck, klimaneutral zu werden, wächst die Nachfrage nach grünem Stahl rapide. Unternehmen aus den Bereichen Energie, Bauwesen und Automobilindustrie setzen verstärkt auf nachhaltige Lösungen, was die Stahlhersteller dazu zwingt, ihre Produktionsmethoden zu überdenken.
Der Wandel zur grünen Stahlproduktion
Traditionelle Hochöfen (BOFs) werden zunehmend durch Direktreduktionsverfahren (DRI) mit Wasserstoff und Elektrolichtbogenöfen (EAFs) ersetzt. Diese Umstellung ist notwendig, um den Anforderungen der europäischen Green Deal und des EU-Mechanismus zur Anpassung der CO2-Grenzwerte (CBAM) gerecht zu werden. EAF-Stahlproduktion soll bis 2050 um 80-100% steigen.
Herausforderungen und Chancen
Die Umstellung auf EAFs bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich:
- Integration neuer Technologien: Die neuen EAFs müssen mit bestehenden Produktionsanlagen harmonieren.
- Rohstoffversorgung: Die Beschaffung von Schrottmetall und erneuerbarer Energie in ausreichender Menge und Qualität ist entscheidend.
- Kostenmanagement: Die Umstellung auf grüne Produktionsmethoden erfordert erhebliche Investitionen.
Technologische Transformation
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Stahlhersteller ihre IT- und OT-Systeme modernisieren. Dies umfasst:
- Datenintegration: Schaffung einer cloudbasierten Lösung zur Optimierung der gesamten Produktionskette.
- Einsatz von KI und Analytik: Ermöglichung von Echtzeit-Entscheidungen und einem verbesserten Qualitätsmanagement.
- Automatisierung: Nutzung von IoT-Technologien zur Verbesserung der Effizienz.
Neue Arbeitsweisen
Die Einführung von EAFs bietet die Möglichkeit, Arbeitsprozesse neu zu gestalten:
- Dynamische Planung: Anpassung der Produktionspläne an die Nachfrage.
- Qualitätsmanagement: Entwicklung neuer Techniken zur Sicherstellung der Produktqualität.
- Sicherheitsstandards: Umgang mit neuen Risiken, insbesondere bei der Nutzung von Wasserstoff.
Nachhaltige Rohstoffversorgung
Die Sicherstellung einer stabilen Versorgung mit Schrottmetall und erneuerbarer Energie ist entscheidend:
- Schrottmetall: Aufbau von Partnerschaften und Integration von Recyclingunternehmen.
- Erneuerbare Energie: Investitionen in eigene Energiequellen und Zusammenarbeit mit Energieversorgern.
Fazit
Der Übergang zu grünem Stahl bietet eine einzigartige Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie zu transformieren. Der Fokus sollte nicht nur auf der Wahl der richtigen Technologie liegen, sondern auch auf der umfassenden Nutzung von Daten, KI und erneuerbaren Energien, um langfristig erfolgreich zu sein. Lesen Sie den vollständigen Bericht: From gray to green – How to build a competitive green steel business | Accenture
Quelle: Building a Competitive Green Steel Business | Accenture von Timothy Van Audenaerde, Sachin Kumar Chaudhary, Ashish Kumar Gulgulia