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NIS2 als Chance für Versicherer: Positionierung im Management der Supply Chain
Technologie / ITVersicherungen

NIS2 als Chance für Versicherer: Positionierung im Management der Supply Chain

Gastbeitrag von Jonas Schwade, CEO, cysmo Cyber Risk GmbH14.08.2024 - 14:56 Uhr aktualisiert

Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung von Unternehmen hat nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch erhebliche Risiken mit sich gebracht. Die Europäische Union hat mit der NIS2-Richtlinie einen wichtigen Schritt unternommen, um die Cyberresilienz von Unternehmen zu stärken und deren Netzwerke und Informationssysteme besser zu schützen. Versicherer, die traditionell als Risikomanager fungieren, haben nun die Möglichkeit, das Thema NIS2 proaktiv zu nutzen, um ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten und gleichzeitig die Sicherheit in der Lieferkette zu erhöhen.

Die NIS2-Richtlinie im Überblick

Die NIS2-Richtlinie (Network and Information Security Directive) erweitert den Rahmen der ursprünglichen NIS-Richtlinie und stellt höhere Anforderungen an die Cybersecurity-Maßnahmen von Unternehmen. Ziel ist es, kritische Infrastrukturen und Unternehmen besser vor Cyberangriffen zu schützen. Zu den wesentlichen Neuerungen gehören erweiterte Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und strengere Anforderungen an die Risikomanagementprozesse.

Welche Bedeutung hat die Lieferkette in der NIS2-Richtlinie?

Das Thema IT-Sicherheit im Lieferantenmanagement hat in der NIS2-Richtlinie der Europäischen Union eine zentrale Bedeutung, da die Sicherheit und Resilienz von Netz- und Informationssystemen oft von der Integrität und Sicherheit der gesamten Lieferkette abhängen. Einige Schlüsselaspekte unterstreichen die Bedeutung innerhalb der NIS2-Richtlinie.

Erhöhte Angriffsfläche: Unternehmen sind zunehmend vernetzt mit einer Vielzahl von Lieferanten, die Dienstleistungen und Produkte bereitstellen. Jeder dieser Lieferanten kann potenziell eine Schwachstelle darstellen, die von Cyberkriminellen ausgenutzt werden kann.

Risikomanagement: Die NIS2-Richtlinie fordert Unternehmen auf, ein umfassendes Risikomanagement zu betreiben, das auch die Lieferkette einschließt. Dies bedeutet, dass Unternehmen nicht nur ihre eigenen Systeme sichern, sondern auch sicherstellen müssen, dass ihre Lieferanten angemessene Cybersicherheitsmaßnahmen ergreifen.

Verbindliche Sicherheitsanforderungen: Die Richtlinie legt verbindliche Sicherheitsanforderungen für Betreiber wesentlicher Dienste und digitale Diensteanbieter fest, die auch für deren Lieferanten gelten. Dies bedeutet, dass Unternehmen verpflichtet sind, von ihren Lieferanten ein bestimmtes Maß an IT-Sicherheit zu verlangen.

Lieferanten als potenzielle Einfallstore: Cyberangriffe können sich über die Lieferkette ausbreiten, wenn ein Lieferant kompromittiert wird. Dies kann zu einem indirekten Risiko für das beauftragende Unternehmen führen, insbesondere wenn der Lieferant Zugang zu sensiblen Daten oder Systemen hat.

Chancen für Versicherer

Versicherer stehen in einer einzigartigen Position, um ihre Kunden bei der Umsetzung der NIS2-Richtlinie zu unterstützen. Durch die Integration von Cybersecurity-Maßnahmen in ihre Versicherungsprodukte können sie nicht nur das Risiko für sich selbst und ihre Kunden reduzieren, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Insbesondere in der Supply Chain ergeben sich zahlreiche Ansatzpunkte:

  1. Risikobewertung und Prävention: Versicherer können ihren Kunden helfen, potenzielle Schwachstellen in der Lieferkette zu identifizieren und zu beheben. Dies könnte durch spezielle Versicherungsprodukte und Tools geschehen, die regelmäßige Sicherheitsüberprüfungen und Audits beinhalten.
  2. Schadensbegrenzung: Durch die Bereitstellung von Dienstleistungen zur schnellen Reaktion auf Cybervorfälle können Versicherer dazu beitragen, die Auswirkungen eines Angriffs zu minimieren. Dies umfasst Incident-Response-Services und die Unterstützung bei der Einhaltung der Meldepflichten gemäß NIS2.
  3. Bewusstsein und Schulung: Versicherer können Schulungen und Workshops anbieten, um das Bewusstsein für Cyberrisiken zu erhöhen und Best Practices im Umgang mit Cyberbedrohungen zu vermitteln. Dies stärkt nicht nur die Sicherheit der Lieferkette, sondern fördert auch das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Unternehmen.

Technologische Unterstützung

Dabei können Versicherer auf bereits etablierte Toollösungen setzen. Outside-In-Scanning-Technologien, die bereits einen festen Platz in der Risikobewertung von Cyberrisiken gefunden haben, können in additiver Form den Endkunden zur Verfügung gestellt werden. So können die Endkunden Ihre Lieferketten schnell und effizient im Blick behalten. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Versicherer bieten Ihren Kunden einen zusätzlichen Service und binden die Kunden an sich. Der Kunde schützt seine Lieferkette und wirkt allgemein positiv auf ein geringeres Cyberrisiko. Erste Pilotprojekte in diese Richtung sind bereits angelaufen.

Fazit

Die NIS2-Richtlinie stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, bietet jedoch auch zahlreiche Chancen für Versicherer, ihre Rolle als Risikomanager zu stärken und innovative Lösungen anzubieten. Durch die proaktive Integration von Cybersecurity-Maßnahmen und die Nutzung technologischer Hilfsmittel können Versicherer nicht nur das Risiko minimieren, sondern auch das Vertrauen und die Resilienz in der Supply Chain erhöhen.

Gastautor
Jonas Schwade CEO – cysmo Cyber Risk GmbH
Seit 9 Jahren ist Jonas Schwade in der Cyberversicherung tätig. Als Geschäftsführer der cysmo Cyber Risk GmbH treibt Jonas Schwade smarte Innovationen im Bereich der Cyber-Risikobewertung mit der marktführenden „Outside-in“-Technologie...
Seit 9 Jahren ist Jonas Schwade in der Cyberversicherung tätig. Als Geschäftsführer der cysmo Cyber Risk GmbH treibt Jonas Schwade smarte Innovationen im Bereich der Cyber-Risikobewertung mit der marktführenden „Outside-in“-Technologie voran und definiert damit die Herangehensweise von Versicherern an Cyber-Risiken neu. Mit tiefgreifender Expertise in Cyberrisiken und Versicherungen ist er regelmäßig als Sprecher auf globalen Konferenzen tätig und gestaltet die Zukunft der Cyberversicherung mit innovativen Lösungen. Darüber hinaus unterstützt er Insurtechs als Advisory-Mitglied und fördert so Innovation und Zusammenarbeit in der Branche.
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